osterhase

Wann haben wir angefangen unsere Kinder mit Geschenken zuzumüllen?

Meine Tochter neulich so: Mama. Die anderen kriegen voll krasse Sachen zu Ostern. So ne Nintendo Switch oder so.

Und kurz habe ich mich dabei erwischt: Geile Idee. Wollte ich ja sowieso haben. War nur zu teuer.
Seit Tagen landen jetzt immer wieder Mails von PR-Agenturen in meinem Postfach: Geschenke für Ostern für Kinder! Da sind Puzzle dabei, Taschenlampen, Nachtlichter oder Klamotten und manchmal sogar Schokolade – und ich kriege bei weitem nicht mehr alle Mails rund um Kinderkram. Gestern Abend gab es dann noch eine Mail aus dem Familienkreis, die sehr deutlich klarmachte: Unsere Kinder brauchen nix zu Ostern. Das machen wir. Alles gut. Jede Menge Posts auf Mütterblogs mit kleinen Geschenken für Ostern (natürlich mit Affiliatelinks – würde ich nicht anders machen!).
Und heute dann so: Mediengeschenke.

Kauf mir dies, kauf mir das, kauf mir einfach irgendwas

Dann dachte ich: Woher kommt eigentlich dieser verrückte Geschenkewahn – der sich gefühlt neuerdings so immens unter Eltern ausbreitet, dass manche scheinbar inzwischen am liebsten anfangen würden, ihre Kinder am besten auch zum Valentinstag zu beschenken. Oder zu Ostern. Oder Fasching. Oder eben am besten jeden Freitag, wenn sie wieder eine Woche Schule überlebt haben, in der die Eltern keine Zeit hatten, sich mal mit ihren Kindern auseinanderzusetzen oder weil die Schule mal wieder so anstrengend war.

Früher (jaja, die gute alte Zeit. Gähn.) gab es zu Ostern ein Osternest. Das (natürlich) glückliche Kind mit Garten durfte sie sich im hohen Gras zusammensuchen, die anderen halt in der Wohnung oder irgendwo im Park. Mit noch mehr Glück schleiften die Eltern einen zu irgendwelchen kindgerechten Veranstaltungen, auf denen es dann noch einen Osterhasen abzugreifen gab. Aber eigentlich kann ich mich daran nicht erinnern. Nur an versteckte Hasen in Wiesen und hinter Blumentöpfen.

Heute also: Altersgerecht schenken. Kaufen wir doch mal eine DVD, oder eine BlueRay oder gar ein neues Spiel für die Playstation. Für die, die meinen, neinnein, es soll nix mit Technik sein: Brettspiele, Puppen und andere Utensilien, mit denen sie dann 30 Minuten spielen, bevor der Karton wieder spannender wird.

Ich will ja nicht meckern aber…

Ich verstehe nicht, wie es dazu kommen konnte. Wieso stecken wir unseren Kindern (und ich kann mich davon leider auch nicht immer freisprechen) neuerdings so viele Geschenke in den kleinen Popo, dass gar kein Platz mehr ist für Langeweile, für Schokoladeneier oder selbst gefärbte Eier (weil sie fürs Blog gut aussehen müssen, muss ich das nämlich selbst machen – bzw. hat mein Kind sowieso keine Lust mehr drauf….) und vor allem: Was schenken wir ihnen denn dann zu Tagen wie Geburtstag und Weihnachten, wenn die Latte jetzt neuerdings an Ostern schon hoch gelegt wird?! Nicht, dass der Nachwuchs dann unterm Baum steht und heult, weil das Geschenk „zu billig“ war.

Unseren Kindern haben wir schon klar gemacht: Ins Nest kommen schnöde Schokoladeneier und Osterhasen. Vielleicht habe ich sogar Lust, mal wieder ein Osterlamm zu backen (obwohl ich den Teig total öde finde, ich mag nur die Form). Aber mehr is nicht. Unsere Kinder haben in diesem Fall zumindest dank Patchwork den Vorteil, Ostern zweimal zu feiern. Heißt: Mehr Osterhasen für alle.

Und dann kommt ja auch bald schon wieder Weihnachten.

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  1. liebe dani,
    bin ganz deiner meinung, passiert mir aber auch selber, dass ich denke, das wäre nett und das und das…
    und dann ist alles viel zu viel, das kinderzimmer zugemüllt und das kind lechzt nach etwas neues… ein teufelskreis.
    dieses ostern wirds nicht viel geben, die kinder werden es aushalten und ich wahrscheinlich auch ;)

  2. Da muß ich mir ja dann mal selber auf die Schulter klopfen. Denn diesen ganzen Geschenkewahnsinn habe ich in der Form noch nie mitgemacht. Klar, ist es zu Weihnachten oder am Geburtstag sicher auch mal ein bißchen ausgeufert. Aber zu Ostern oder Nikolaus gibts echt nur ne Kleinigkeit. Lieber packe ich den Jungs etwas Geld aufs Konto, als die mit total viel Kram zuzumüllen, den sie echt nicht brauchen. Und tatsächlich haben die auch noch nicht mal große Wünsche. Ganz schlimm finde ich btw auch diesen Riesenbohei an Kindergeburtstagen, wenn die Gäste noch zig kleine Geschenke bekommen oder wenn ich für die ganze Schulklasse plus Lehrer, Integrationshelfer und OGS-Betreuer noch Kuchen und Muffins backen soll. Da frage ich mich echt, wie wir das früher so all ohne das überlebt haben? LG, Nadine

  3. Ich bin da nicht betroffen, weil ich eine andere Generation bin und mein Sohn daher auch. In meiner Kindheit und in der meines Sohnes gab es das klassische Nest mit einer Kleinigkeit (wir reden da von Werten um die € 10,–). Die jetztige Entwicklung, auch was den Wert der Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke angeht, finde ich unschön.

    Und: an den Geburtstagen bekam nur das Geburtstagskind etwas. Die anderen kleinen Gäste nicht. Warum auch?

    Liebe Grüße

    Birgit

  4. Toller Post. Hätte ich nicht besser schreiben können. Klasse!!! Ich habe dieses Jahr für meine Kids ein kleines federmäppchen genäht, in die ich Stifte, Kleber, radiergummi, … reingepackt habe. Brauchen sie ohnehin für die schule. Ist ja ständig kaputt oder verschwunden. Heute habe ich noch für jeden nen Schokoladen gekauft und das war es. Letztes Jahr hingen bei meiner schwester Fahrräder für ihre Kids an den Bäumen. Da habe ich echt gedacht ich muss von der welt. Meine Kinder waren enttäuscht das die knete und Schoko bekommen haben. So was kann ich nicht verstehen. Aber durch die ganze Gemeinschaft haben die Kinder andere Erwartungen. Naja bald sind die Geburtstage, vielleicht finden wir Ja noch was, was das Kinderzimmer gar nicht mehr begehbar macht 🤔

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