Winterurlaub mit Kindern in Serfaus-Fiss-Ladis – dicke Handschuhe halten warm

Endlich wieder Winterurlaub. Für mich gerade so dringend nötig, an den letzten Schnee kann ich mich nämlich kaum erinnern! Während mein Mann meint: du kennst das doch, das ist das kalte, weiße Zeug – freue ich mich – auch wenn ich es kenne – auf Schneeflocken, die den Lärm schlucken, auf weiß gezuckerte Bäume und verschneite Gipfel. Dreitausender um mich herum.

Diesmal stand für unseren Tiroler Winterurlaub Serfaus-Fiss-Ladis auf dem Plan und es ist nicht immer ganz einfach: Wohin? Serwas? Fila? Hä? Dabei ist die Liftehe ja eigentlich nicht so kompliziert: Serfaus! Fiss! Und Ladis eben. Drei Bergdörfer, die sich für eine große, weitläufige und familienfreundliche Region zusammengeschlossen haben um so das Bestmögliche für alle rauszuholen. Im Winter. Im Sommer.

Winterurlaub mit Kindern: Serfaus-Fiss-Ladis für Anfänger

Serfaus liegt auf 1427 Metern und ist der tourismusstärkste Ort der Drei. Hier gibt es das größte Angebot an Unterkünften aller Couleur, ausserdem eine U-Bahn (die kleinste und höchstgelegene Luftkissen-Bahn, die es gibt!) und die Autos fahren eigentlich maximal zweimal durch den Ort: Einmal zur Ankunft. Einmal zur Abfahrt. Serfaus ist seit 34 Jahren verkehrsberuhigt, was einen Aufenthalt besonders mit kleinem Kind sehr entspannt. Direkt im Dorf befindet sich ausserdem der Murmlipark, eine Skiwiese für die Allerkleinsten! Für uns perfekt gelegen, weil direkt vor der Haustür unseres Hotels.

Fiss liegt mit 1436 Höhenmetern minimal höher und hat neben vielen modernen Unterkünften auch einen alten Ortskern. Quasi: Haufendorf. Allein die Türen sind schon hübsch anzusehen und besonders schnieke finde ich, wenn sich die alte Holzarchitektur mit der modernen mischt.

Ladis liegt etwas tiefer, auf 1192 Metern findet ihr hier den kleinsten Ort mit vielen jahrhundertealten Bauernhäusern und einer Schwefel- und Sauerquelle. Alle drei haben Zugriff auf mehr als 200 Kilometer Skipiste.

Winterurlaub mit der ganzen Familie in Serfaus-Fiss-Ladis

Das Wichtigste zuerst – zumindest für alle Pistensportler und Skihasen: die Pisten liegen direkt vor der Nase! Und es geht hoch hinauf. Auf den mehr als 200 Pistenkilometern finden sich neben schweren, mittleren und leichten Pisten auch drei Aussichtspunkte mit Rundumblick von Österreich über Italien, nach Deutschland und in die Schweiz. Zum einen der Masnerkopf auf 2828 Metern, der Pezid mit 2770 Metern und der Zwölferkopf mit 2600 Metern – hier oben liegt übrigens mit dem Crystal Cube eines der höchsten Standesämter der Alpen. Nur für den Fall…

Die Pisten selbst sind so famos abwechslungsreich und an sich ist für jeden was dabei. Die Direttissima ist eine ordentlich steile schwarze Piste mit 70% Gefälle, es gibt zudem einen Haufen Möglichkeiten auch im Tiefschnee nach unten zu kommen, aber auch für die noch nicht so eingeübten Fahrer sind viele sehr breite und schöne Pisten dabei. Und wenn gar nix so recht geht, dann empfehle ich einen Skilehrer (davon haben die dort jede Menge und sie sprechen viele Sprachen.).

Echt wahr: sehr, sehr schön da im Schnee! Und wer gar nicht fahren will, wandert entweder so herum, packt die Langlaufski oder den Schlitten ein – oder wandert, wie wir, mit dem Kinderwagen auf den Wanderwegen. Unser Hotel hat kostenlose Buggys im Angebot, es gibt aber auch E-Buggys auszuleihen, die einen elektrisch unterstützen. Bergauf ist also kein Problem und gar nicht mehr anstrengend. Oder ihr leiht euch einen Schlitten fürs Kleinkind, die gibt es dort auch mit Rückenlehne (Fußsack mitbringen nicht vergessen!).

Mehr Generationen – ein Urlaub – kein Problem

Ich bin ja ein großer Freund von Oma und Opa. Es ist nämlich so: während ich total gut in der Sauna entspannen könnte, während mein Kind ab und an mal in der Kinderbetreuung weilt (nicht den ganzen Tag und auch nicht die ganze Woche, da hätten wir uns schließlich keinen Urlaub buchen müssen…), ist mein Mann da nicht so locker. Er kann nicht so recht entspannen. Immerhin hat das Kind ja schon im normalen Alltag Betreuung, da muss es im Urlaub ja nicht auch noch sein. Recht hat er ja irgendwie, aber es wird vielleicht doch mal problematisch, wenn alle total genervt sind, weil müde, weil immer Kleinkindinput, weil halt kurz vielleicht mal was ohne Patschehände im Gesicht auch schön wäre.

Und ich habe festgestellt: Wenn ich mit den Kindern Schlitten fahren gehe, dann kann mein Mann herrlich gut alleine in der Sauna entspannen, denn die Betreuung ist halt keine „Fremdbetreuung“ sondern Familienunterhaltung. Und ey, die Kinder lieben Schlittenfahren, wir sitzen also zu Dritt grinsend im Schnee und mein Mann grinsend beim Schwitzen!

Also empfehle ich folgende Lösung: Oma und Opa kommen das nächste Mal mit, denn dann können DIE auf den Zwerg aufpassen (unsere mögen das) und wir zwei Beide hätten auch mal Zeit zu Zweit! In diesem Fall muss ich mich übrigens bei meiner großen Tochter bedanken, denn sie hat quasi mehrfach auf die Kleine aufgepasst, damit das mit der Zeit zu Zweit trotzdem klappt. <3

Und damit wir Eltern nicht so sehr das Gefühl haben, es ginge zu Lasten der großen Tochter: wären wir wieder bei den Großeltern. Meine Schwiegereltern sind eh so cool und entspannt und können hervorragend mit Kindern (beide machen „was mit Pädagogik“) und eine Großfamilie ist in meinen Augen besser als alles andere – da gibt’s immer jemanden der mal einspringen kann und so verschieden sind unsere Vorstellungen von Schnee, Urlaub, gemeinsam was unternehmen, aber auch mal ohneeinander, auch nicht. Dann wären wir auch wieder beim E-Buggy und den Winterwanderwegen und alle sind zufrieden und das Mädchen kommt an die frische Luft. Happy End? Happy End!

Finalmente – Warum ich nicht nur einmal in Serfaus-Fiss-Ladis Urlaub machen werde

Jaja, der Blogger wieder. Der schreibt ja eh nur gutes Zeug über Region und/oder Hotels zusammen, weil er da eingeladen wird und dann kommt der da nie wieder hin. Tatsächlich ist es aber bei mir so: Wenn es mir nicht gefällt, dann schreib ich lieber nix – oder ich versuche VORSICHTIG Kritik zu formulieren. Manche laden einen dann halt nicht mehr ein – aber damit kann der Blogger leben.

Ich fang jetzt einfach mal mit dem Schönen an: Ich mag das Skigebiet! Es ist groß, es ist trotzdem familiär, die Skilehrer, die mir über den Weg gelaufen sind, waren herrlich mit den Kids und die Lage ist einfach der Irrsinn! Überall nur Berge rundherum, das ist alles so groß, massiv und mächtig – ich mag das sehr. Der Blick: überallhin. Wie oben schon gelobt: für jeden was dabei und so viel Pistenkilometer, dass man eigentlich keine Piste doppelt fahren müsste, es sei denn, einem fällt der Rucksack aus dem Lift….

Die Lage von Serfaus-Fiss-Ladis ist außerdem so gut: Der Reschensee (der mit dem Kirchturm im Wasser) liegt nur 50km entfernt! Ich wäre SO GERN auch mal im Winter hingefahren, aber ich hab es zu spät entdeckt! Auch Samnaun in der Schweiz ist quasi mit 40km um die Ecke oder die Zugspitze (70km). Serfaus-Fiss-Ladis bietet mit dem „Schmugglersteig“ sogar eine Wanderung nach Samnaun an, wenn ich mich nicht irre auch für Tourengeher im Winter. Und das sind jetzt nur ein paar wenige Dinge „umadum“ (drumrum).

Ich hab nur eine klitzekleine Kleinigkeit auszusetzen – das hat aber nix mit der Region zu tun: Die Luft im Hotel war – besonders nachts – staubtrocken. Bei unserer Kleinen hat sich das dadurch bemerkbar gemacht, dass sie KEINE Nacht gut geschlafen hat (ich sage nur: etwa alle eineinhalb Stunden, fünf Tage lang). Wir anderen hatten nur spröde Lippen und morgens einen unglaublichen Brand, ganz ohne Suff. Und wir haben das mit der Luft im Zimmer nicht hinbekommen…wir haben viel probiert – nasse Handtücher, Heizung aus, lüften, lüften, lüften…kaum war die Tür zu, war die Luft wieder trocken.

Zum Ende der Woche gingen unsere Augenringe etwa bis zum Bauchnabel (deswegen ja bitte Kinderbetreuung, Sauna, kurz schlafen).

Und: So gut das Essen im Hotel war (manchmal hab ichs aber auch einfach nicht verstanden), mit einem einjährigen Kind zu versuchen, ein ganzes Menü durchzuhalten ist sportlich. Und hat nie geklappt. Immer ist einer von uns mit ihr im Hotel spazieren gegangen (neuer heißer Scheiß: Treppen rauf und runter), während der Andere schnell seinen Teller hinuntergewürgt hat. Aber die Weinversorgung, die hat immer hervorragend geklappt. Gnihi. Jetzt, zwei Kilo schwerer werde ich im Berliner Wolkenland leider erstmal keine Schneeengel mehr machen und ich gebe zu, ich vermisse die Aussicht schon jetzt. Alles war so schön hell. So weiß. Und Schnee schluckt ja auch viel Lärm. Hach. Aber ich komme wieder. Vielleicht ja auch mal im Sommer!

Wissenswertes für euren Urlaub in Serfaus-Fiss-Ladis

Zum Schluss noch ein paar schnelle Infos für euch!

So kommt ihr nach Serfaus-Fiss-Ladis

Serfaus-Fiss-Ladis ist gut per Auto zu erreichen. Wer in Serfaus ein Hotel gebucht hat, kann mit dem Auto bis zum Hotel vorfahren und es dort dann den Urlaub über in der Garage stehen lassen. Direkt nach der Dorfeinfahrt gibts ausserdem auch einen großen Parkplatz. Alle drei Dörfer lassen sich im Winter aber auch über die Piste erreichen oder mit dem Bus.

Mit dem Zug anreisen geht auch, bis Landeck-Zams, dann weiter mit dem Bus oder Taxi. Oder. Fliegen. Nach Innsbruck und von dort dann weiter mit Zug und Bus.

Skikurse, Ausrüstung und Liftkarten

Das Kinderangebot ist enorm groß und viel zu viel um hier alles aufzuschreiben. Hier findet ihr alle Aktionen für Kinder. Sechs Tage Skischule für Kinder (Ganztags) kosten (2019/2020) 398 Euro. Für Anfänger-Kinder bis sechs Jahre gibt es auch eine Schnupperkarte. Der erste buchbare Skikurs ist für Kinder ab drei Jahren und speziell auf die Altersklasse zugeschnitten (es sind also nur Kinder zwischen 3 und 4 Jahre dort!). Kinder bis Jahrgang 2014 kriegen eine kostenlose Liftkarte! Für Kinder, die zwischen 2013 und 2005 geboren sind, gibt es ermäßigte Liftkarten. Um alles ganz genau auszurechnen, gibt es auch den Skipass-Kalkulator!

Der Murmlipark in Serfaus kostet gar nix. Der kann von Kids und Eltern kostenlos genutzt werden und eignet sich auch gut für erste Schwünge oder eben Schlittenfahren. Hier und auf 2000 Meter gibts auch die Kurse für die ganz Kleinen (3-4 Jahre) und einen ersten Schnupperkurs für Kinder ab 2 Jahre (Schnee Entdecker wird man da!).

Kinderbetreuung gibt es über die Murmlikrippe schon für Kinder unter einem Jahr.

Schlitten können – ebenso wie Skiausrüstung – überall geliehen werden. Viele Hotels, die auf Kinder zugeschnitten sind, bieten kostenlose Buggys an. Mit der Gondel kommt man auch mit dem Kinderwagen auf den Berg. Dort kann man sich dann entweder mit dem Rest der Family auf eine Mittags- oder Nachmittagsjause treffen oder im Schnee spielen und anschließend wieder hinunter fahren.

Die Skiausrüstung kann vor Ort geliehen werden – wenn ihr keine eigene habt. Das ist insofern praktisch, dass ihr verschiedene Modelle ausprobieren könnt, ich mag das ja, so muss ich das Zeug nicht rumschleppen. Vor allem ist es aber schlicht so: wer maximal einmal im Jahr (wenn überhaupt) Ski fährt, für den lohnt sich in meinen Augen einfach die Investition in eigene Ausrüstung gar nicht. Leihen könnt ihr alles: Helme, Stöcke, Schuhe, Ski…und wer braucht: Brillen, Schals, Handschuhe und co. können zur Not vor Ort gekauft werden.

Immer im eigenen Gepäck dabei – vor allem bei einem Winterurlaub mit Kindern: Sonnencreme und Fettcreme (z.B. das Wind und Wetterbalsam von Weleda). Für kleine Kinder außerdem Fäustlinge, da bleiben die Fingerchen länger warm. Eine Mütze natürlich und einen Schlupfschal, der geht kleinen Kindern am wenigsten auf die Nerven. Ein gutes Paar Winterschuhe und Schneehose & Jacke oder Schneeanzug gehören auch dazu. Lieber viele dünne Schichten aus natürlichen Materialien. Kinder schwitzen und frieren anders, vor allem teilen sie es uns im kleinsten Alter noch nicht mit.

Unterkünfte in Serfaus-Fiss-Ladis

Im Lift hab ich zwei Kerlen beim philosophieren über die Lage der drei Dörfer zugehört: beide waren überzeugt, für Tagesgäste sei Fiss die beste Entscheidung. Fiss liegt mittig im Skigebiet und so könne man direkt alles gut erreichen. Stimmt schon irgendwie. Fiss hat auch einen ganz eigenen Charme (steht oben ja schon).
Serfaus ist die größte Station und hat somit natürlich auch eine große Auswahl an Unterkünften. Ich gebe zu: Ladis lag für uns in den wenigen Urlaubstagen etwas abseits, wir haben es schlicht nicht „runter“ ins Dorf geschafft. Aber es ist ja eigentlich ganz einfach: Im Unterkunftsverzeichnis einfach mal nach einer Wunschunterkunft suchen. Im Zweifel beim Tourismusverband um Ideen bitten oder sich mal bei den Pauschalangeboten durchlesen. Je nach Art des Urlaubs werdet ihr sicher fündig.

Fazit

Mir hat die familiäre Art der Orte gut gefallen, auch wenn Serfaus weniger „organisch“ wirkt als z.B. Fiss (und je mehr es Richtung Piste geht, desto weniger organisch wird es auch da). Es ist schon ein Touristenort – aber man kann dem ganzen in meinen Augen gut ausweichen. Unser Hotel wirkte z.B. nicht überlaufen, obwohl die Tische abends alle besetzt waren. Auch auf den Pisten verteilen sich die Menschen ganz gut, so dass es nie voll wirkt und es nur einige wenige Ecken gibt, an denen man mal fünf Minuten am Lift ansteht. Definitiv hat sich dieses Skigebiet ziemlich schnell in meine neuen Top 5 hineingeschlichen! Und ich hoffe sehr, der ein oder andere, der sich hier inspirieren lässt, sieht das ähnlich!

Übrigens: Die Schweiz ist nah und dementsprechend sind auch die Schweizer nah. Viele von ihnen. Also: übt schon mal schwitzerdütsch!

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