Familienurlaub in Dänemark klingt ja zu Beginn erst einmal nach ziemlich vielen Möglichkeiten: Strand, kleine Hafenstädte, Freizeitparks, Museen, Fahrradtouren und natürlich jede Menge Ausflugsziele, alle schon in Google Maps gespeichert.
Und dann klingelt auch im Urlaub morgens der Wecker, weil um 9:30 Uhr die gebuchte Führung startet. Danach Mittagessen, weiter zum nächsten Programmpunkt und abends noch schnell in den Hafen, weil man ja auch den Sonnenuntergang am Meer nicht verpassen will. So entsteht aus dem Wunsch nach einem abwechslungsreichen Urlaub schnell ein ziemlich voller Wochenplan. Montag Ausflug, Dienstag Stadtbesichtigung, Mittwoch Freizeitpark, Donnerstag Museum und zwischendurch braucht es unbedingt noch Zeit für den Strand.
Eigentlich brauchen gerade Kinder wenig Programm, um einen Tag richtig gut zu finden. Ein Ferienhaus, Platz zum Spielen, vielleicht ein Garten oder Pool und ein Strand in der Nähe können vollkommen reichen. Und all das bietet sich gerade in Dänemark ja mit vielen individuellen Gestaltungsmöglichkeiten an. Ferienhaus. Campingplatz. Alles da. Alles am Meer.
Warum wir Familienurlaub oft zu voll planen
Urlaubszeit ist begrenzt. Natürlich möchte man deshalb möglichst viel erleben. Ich kenne das selbst sehr gut: Wenn man schon mal da ist, möchte man natürlich auch etwas sehen und mitnehmen. Für mich war es früher undenkbar zwei Wochen irgendwo hinzufahren und gar nichts zu tun, es sei denn, es sind die Malediven ;).
Das galt auch für unsere erste Reise durch Dänemark. Wenn man zum ersten Mal mit Kindern nach Dänemark fährt, wächst die Liste möglicher Ausflüge sehr schnell. Schließlich gibt es überall etwas zu entdecken. Gleichzeitig entsteht dadurch leicht das Gefühl, man müsse die Reisezeit besonders effektiv nutzen. Heute erklären einem dann auch noch Reiseführer, Instagram und Google Maps gleichzeitig, welche 254 Highlights man auf keinen Fall verpassen darf.
Klingt abwechslungsreich und bunt, ist mit Kindern aber irgendwann stressig, weil: sie haben halt keinen Bock auf die dritte fade Stadttour. „Das ist ja alles nur für euch Erwachsene“. Also auch wenn all diese Unternehmungen einzeln großartig sein können: Ein Urlaub wird nicht automatisch besser, je mehr Punkte wir auf einer Liste abhaken. Und spätestens dann, wenn morgens niemand mehr Lust hat aufzustehen, während wir Eltern mit den bereits gebuchten Eintrittskarten wedeln, ist vielleicht für die Zukunft ein bisschen weniger Programm gar keine schlechte Idee.

Kinder brauchen nicht ständig Programm
Kinder nehmen eine neue Umgebung anders wahr als Erwachsene.
Während wir überlegen, welche Sehenswürdigkeit wir noch nicht gesehen haben, beschäftigen sie sich vielleicht seit einer Stunde mit diesem einen Stein, den sie am Strand gefunden haben oder gucken dem Kaminfeuer zu, wie das Holz verbrennt.
Es ist ja sowieso schon alles neu und ein unbekannter Garten wird zum super Spielfeld. Der Weg zum Strand über die Dünen zum Rollenspiel. Aus Sand wird natürlich eine Burg und aus einem Stück Treibholz plötzlich etwas, das unbedingt mit zurück zum Ferienhaus muss.
Und auch für Kinder gehört das mal nichts müssen zum Urlaub.
Keinen Programmpunkt schaffen. Kein Meltdown. Nicht rechtzeitig irgendwo ankommen. Kein Meltdown. Nicht ständig Schuhe oder Autoschlüssel suchen, Trinkflaschen auffüllen und alle ins Auto verfrachten, Parkplatz suchen, usw….
Das Ferienhaus ist der Urlaub
Ein Ferienhaus funktioniert – finde ich – für Familien besonders gut, wenn es mehr ist als nur ein Platz zum Schlafen. Genug Raum, ein Garten, eine Terrasse und idealerweise ein Pool und/oder eine Sauna und diverse Rückzugsmöglichkeiten für jeden Einzelnen.
Wenn ihr also vielleicht für euren nächsten Dänemarkaufenthalt nach einem passenden Ferienhaus mit Kindern sucht, könnt ihr gezielt darauf achten, welche Möglichkeiten direkt an der Unterkunft vorhanden sind. Und dann muss niemand mehr los.
Die Kinder können morgens spielen, während die Eltern vielleicht mal in Ruhe ihren Kaffee trinken. Mit einer befreundeten Familie wird ein Schuh draus. Kinder beschäftigt. Eltern können sitzen. Frische Luft schnappen? Einfach rüber zum Strand. Dann wieder ins Haus. Wer müde ist, zieht sich zurück. Wer noch Energie hat, springt vielleicht nochmal in den Pool oder spielt draußen. Es gibt ja gerade in Dänemark unglaublich schöne Ferienhäuser. Viele davon auch direkt am Meer. Mit Pool. Mit ner Schaukel oder einem Sandkasten oder sogar einem Sprungtuch.
Und am Abend wird gemeinsam gekocht oder gegrillt (damit nicht alles nur an einer Person hängen bleibt).
Gerade mit Kindern ist es Gold wert, wenn Eltern im Urlaub nicht gestresst sind, dann sind sie es nämlich auch nicht. Und Ferienhäuser mit ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten nehmen Eltern dabei ein Stück weit den Druck, ständig Unterhaltung organisieren zu müssen.
Wenn Kinder direkt vor Ort etwas zu tun finden, lässt sich viel spontaner entscheiden, ob überhaupt noch ein Ausflug nötig ist.
Vielleicht habt ihr Lust. Vielleicht auch nicht. Und schon ist der Tag vorbei.
In Dänemark reicht manchmal ein ganzer Tag am Strand
Hätte ich ja selbst nicht so gedacht, aber Dänemark eignet sich ziemlich gut für diese Art von Urlaub. Fürs Nichtstun und einfach nur am Strand rumlungern. Wieder reingehen. Nochmal ans Meer. Muscheln oder Steine sammeln. Drachen fliegen lassen oder eine Sandburg bauen (je nach Wetter/Jahreszeit).
Ich bin großer Dänemark-Herbst-Fan! Darüber hatte ich auch in unserem Beitrag Dänemark mit Kindern: Ein unvergesslicher Roadtrip mit dem Campervan geschrieben.

Kleine Unternehmungen statt kompletter Tagesprogramme
Bei Ausflügen gilt: Es muss nicht immer der ganze Tag sein.
Gerade in Dänemark lassen sich viele kleine Unternehmungen wunderbar in einen entspannten Urlaubstag einbauen.
Neben Strand gibt es oft auch Leuchttürme und Bunker zu besichtigen. Manche sind auch für Kinder sehr schön. Zum Beispiel in Tirpitz mit einer tollen und sehr kinderfreundlichen Ausstellung rund ums Leben am Meer.
Noch mehr Ausflugsziele habe ich euch auch hier zusammengestellt und hier findet ihr Tipps und Sehenswürdigkeiten in Aarhus mit Kindern – falls ihr in der Nähe seid.



Nicht jedes Kind möchte dasselbe
Je größer die Familie und je unterschiedlicher das Alter der Kinder, desto wichtiger werden Freiräume.
Kleinkinder sind oft mit erstaunlich einfachen Dingen glücklich. Schulkinder möchten selbst spielen und entdecken. Jugendliche haben vielleicht keine Lust, jeden Familienausflug mitzumachen. Und es ist euer aller Urlaub.
Ein Ferienhaus bietet hier wieder den entscheidenden Vorteil: Nicht alle müssen ständig gemeinsam unterwegs sein.
Während ein Teil der Familie einen kleinen Ausflug macht, können andere im Haus bleiben. Jugendliche können ausschlafen. Kleinere Kinder machen eine Pause.
So entsteht weniger Druck für alle.
Weniger planen, mehr Dänemark genießen
Für einen entspannten Familienurlaub hilft es, Lücken im Reiseplan zu lassen. Das gilt natürlich nicht nur für Dänemark und war bei mir übrigens ein langer Lernprozess.
Zum Beispiel:
- höchstens einen festen Programmpunkt pro Tag einplanen
- einzelne Tage komplett freihalten
- Ausflüge vom Wetter abhängig machen
- auf die Stimmung der Kinder achten
- Möglichkeiten rund um das Ferienhaus einbeziehen
- nicht jede freie Minute verplanen
- gemeinsame und getrennte Aktivitäten zulassen
Das bedeutet nicht, dass ihr in Dänemark nichts unternehmen sollte.
Ganz im Gegenteil.
Ich meine nur, dass ein Urlaub nicht daran gemessen werden muss, wie viele Attraktionen am Ende besucht wurden. Und auch das muss ich mir immer wieder selbst sagen.
Wenn ich meine älteren Kinder heute über unsere vergangenen Reisen ausfrage, kommen meistens die kleinen, völlig unscheinbaren Unternehmungen wieder ans Licht. Es ist nicht der krasse View vom Turm in Toronto oder Petra in Jordanien oder die superbunten Fische beim ersten Taucherlebnis auf den Malediven. Es ist die Gottesanbeterin auf dem Autoreifen auf „irgendeinem Campingplatz, wo wir mal waren“ oder „der schöne Stein mit dieser weißen Linie“.
Und genau deshalb kann ein Ferienhaus in Dänemark und anderswo der perfekte Ausgangspunkt sein: für Ausflüge, wenn alle Lust darauf haben und für wunderbar unspektakuläre Urlaubstage, wenn eben nicht.



