Athen mit Kindern ist ein vielseitiges Ziel für eine Familienreise und ein guter Ausgangspunkt für weitere Ziele in Griechenland. Zwischen Akropolis, kleinen Gassen, grünen Parks, Street Art, Tavernen und Ausflügen ans Meer gibt es aber auch schon genug Abwechslung für mehrere Tage.
Wir haben Athen im Sommer besucht. Das war heiß, manchmal ziemlich voll, aber trotzdem großartig. Die Stadt ist lebendig, laut, bunt und voll uralter Geschichte. Besonders spannend für Kinder: Viele Orte, die sie vielleicht schon aus Büchern, Filmen oder dem Schulunterricht kennen, stehen hier plötzlich direkt vor ihnen.
Lohnt sich Athen mit Kindern?
Athen eignet sich sehr gut für einen Städtetrip mit Kindern. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich zu Fuß oder mit der Metro erreichen. Zwischendurch gibt es Plätze, Parks, Cafés und kleine Restaurants für ausreichend Pausen.
Besonders gut funktioniert eine Reise nach Athen mit Kindern, wenn ihr nicht versucht, jeden antiken Tempel innerhalb weniger Tage abzuhaken. Plant lieber ein großes Highlight am Morgen oder Vormittag und kombiniert es anschließend mit einem entspannten Nachmittag im Park oder am Pool.
Für einen ersten Besuch sind drei bis vier Tage ganz gut. Dann habt ihr Zeit, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mitzunehmen und das so, das Kinder das gerne mitmachen. Kombiniert einen „erwachsenen“ Programmpunkt im besten Fall immer mit einem, den Kinder gut finden – bei uns hatte das oft was mit Eis zu tun, mit Katzen oder mit der U-Bahn fahren.
Die Akropolis mit Kindern besuchen
Die Akropolis gehört natürlich auch bei einer Familienreise nach Athen auf die Liste. Hoch über der Stadt stehen der Parthenon, das Erechtheion, der Tempel der Athena Nike und weitere Bauwerke, die zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Griechenlands gehören. Und sie sind wirklich beeindruckend, aber ihr solltet hier – zumindest im Sommer – unbedingt morgens schon hin, sonst wird es schnell zu heiß.
Mit Kindern solltet ihr für den Besuch ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Der Weg nach oben ist nicht extrem lang, die glatten Steine und die sommerliche Hitze können den Aufstieg aber anstrengend machen. Es braucht einige Pausen.
Im Juli und August lohnt sich der früheste verfügbare Besuchstermin. Auf dem Gelände gibt es nur wenig Schatten und bei extremer Hitze werden archäologische Stätten zeitweise ab mittags geschlossen. Feste Schuhe, Kopfbedeckung, Sonnencreme und ausreichend Wasser gehören also unbedingt in den Rucksack.
Der Eintritt zur Akropolis erfolgt inzwischen über feste Zeitfenster. In der Hauptreisezeit solltet ihr eure Tickets deshalb möglichst früh und online reservieren. Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre kriegen den Eintritt umsonst.
So wird es vielleicht spannender: Erzählt den Kindern vorher ein paar Geschichten über Athena, Poseidon und die griechischen Götter. Mit einer kleinen Aufgabe oder einem Rätsel wird aus dem Besuch keine Geschichtsstunde mit toten Steinen.
Das Akropolismuseum mit Kindern
Direkt unterhalb der Akropolis liegt das moderne Akropolismuseum. Hier werden viele Fundstücke gezeigt, die ursprünglich auf dem Hügel und in der Umgebung entdeckt wurden. Durch die großen Fenster könnt ihr während des Besuchs immer wieder zur Akropolis hinaufschauen.
Für Familien ist das Museum eine gute Ergänzung zum Besuch der Ausgrabungsstätte. Kinder können dort besser erkennen, wie die Tempel früher ausgesehen haben und welche Figuren, Farben und Geschichten zu den Bauwerken gehörten. Das Museum bietet Familienprogramme, Entdeckungsbögen und spezielle Materialien für Kinder an.
Besonders angenehm ist das Museum an heißen Tagen, weil ihr einen Teil des Nachmittags in klimatisierten Räumen verbringen könnt. Die Akropolis und das Museum lassen sich gut an einem Tag kombinieren: morgens zuerst auf den Hügel, anschließend Mittagessen und danach vielleicht noch ins Museum.
Durch Plaka und Anafiotika spazieren
Plaka liegt direkt unterhalb der Akropolis und gehört zu den ältesten Vierteln Athens. Zwischen bunten Häusern, kleinen Läden, Cafés und Tavernen könnt ihr euch einfach treiben lassen. Die Wege sind teilweise steil und mit Kopfsteinpflaster versehen. Mit einem Kinderwagen ist das nicht überall bequem, aber grundsätzlich möglich.
Besonders schön ist Anafiotika. Das kleine Viertel liegt am Rand von Plaka und erinnert mit seinen weiß getünchten Häusern, blauen Türen und schmalen Gassen an eine griechische Insel. Einige Wege sind sehr eng und führen über Treppen. Mit kleineren Kindern solltet ihr deshalb ein wenig aufpassen.
Am späten Nachmittag und frühen Abend ist die Stimmung hier besonders schön. Dann wird es langsam kühler und in den Tavernen füllen sich die Tische. Und das Essen ist überall herrlich.


Wachwechsel am Syntagma Platz
Vor dem griechischen Parlament am Syntagma Platz findet regelmäßig der Wachwechsel statt. Die Soldaten der Präsidentengarde tragen traditionelle Uniformen und führen eine genau festgelegte Abfolge ungewöhnlicher Bewegungen aus. Der Wachwechsel dauert nicht lange und lässt sich gut in einen Stadtspaziergang integrieren. Kinder finden vor allem die Uniformen mit den auffälligen Schuhen und die langsamen Bewegungen spannend.
Sonntags findet zusätzlich eine größere Zeremonie statt. Dann kann es rund um den Platz allerdings deutlich voller werden.
Pause im Nationalgarten
Direkt hinter dem Parlament beginnt der Nationalgarten von Athen. Nach einem Vormittag zwischen Tempeln und heißen Straßen ist der Park eine sehr willkommene Pause.
Unter den hohen Bäumen gibt es schattige Wege, kleine Teiche, Sitzgelegenheiten und viel Platz für einen Spaziergang. Der Nationalgarten eignet sich besonders gut für Familien mit kleineren Kindern, die zwischendurch einfach laufen und sich bewegen möchten.
Street Art und bunte Straßen in Psiri
Psiri gehört zu den kreativsten Vierteln von Athen. An vielen Hauswänden entdeckt ihr große Wandbilder, kleine Kunstwerke und ungewöhnliche Fassaden. Kinder können unterwegs nach Figuren, Tieren oder besonders bunten Motiven suchen.
In Psiri gibt es außerdem viele Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte. Rund um die Pittaki Street wird es besonders farbenfroh. Einige Cafés sind sehr aufwendig und fast ein wenig verrückt dekoriert.
Das Viertel eignet sich gut für einen entspannten Nachmittag oder einen frühen Abend mit der Family.

Ein Besuch auf dem Varvakios Markt
Auf dem Varvakios Markt erlebt ihr eine ganz andere Seite von Athen. In den Markthallen werden Fleisch, Fisch, Gewürze, Oliven, Gemüse und viele griechische Spezialitäten verkauft. Der Markt ist laut, eng und intensiv. Für empfindliche Kinder kann vor allem die Fleisch und Fischhalle gewöhnungsbedürftig sein. Rund um die Markthallen findet ihr aber auch zahlreiche kleine Geschäfte mit Nüssen, Trockenfrüchten, Kräutern und Süßigkeiten.
Ein kurzer Besuch reicht mit Kindern meistens völlig aus. Anschließend könnt ihr in einer der umliegenden Bäckereien eine Portion Bougatsa, ein Stück Spanakopita oder etwas anderes zum Probieren kaufen.
Aussicht vom Lykabettus Hügel
Der Lykabettus ist der höchste Hügel im Zentrum von Athen. Von oben habt ihr einen weiten Blick über die Stadt bis zur Akropolis und bei klarer Sicht sogar bis zum Meer. Der Aufstieg zu Fuß ist mit größeren Kindern möglich, kann im Sommer aber ziemlich anstrengend werden. Bequemer ist die Standseilbahn, die einen großen Teil der Strecke übernimmt. Besonders schön ist der Blick kurz vor Sonnenuntergang. Aber das passt selten zum Timing mit kleineren Kindern.
Von Athen mit Kindern ans Meer
Athen liegt nur wenige Kilometer vom Meer entfernt. Ein Stadtbesuch lässt sich deshalb wunderbar mit einem Strandtag verbinden.
Entlang der Athener Riviera gibt es zahlreiche Strände und Badebuchten. Beliebte Ziele für Familien sind unter anderem Glyfada, Voula und Vouliagmeni. Einige Strandabschnitte sind frei zugänglich, andere gehören zu organisierten Strandbädern mit Liegen, Duschen, Restaurants und Eintritt.
Je nach Ziel erreicht ihr die Küste mit der Tram, dem Bus oder einem Taxi. Für einen längeren Aufenthalt lohnt sich eventuell auch ein Mietwagen.
Gerade im Sommer ist ein Tag am Meer die perfekte Pause vom Sightseeing. Alternativ könnt ihr Athen als Ausgangspunkt für eine Weiterreise auf eine griechische Insel nutzen. Vom Hafen Piräus starten zahlreiche Fähren.
Essen in Athen mit Kindern
Griechisches Essen funktioniert auch mit Kindern ziemlich unkompliziert. In den Tavernen stehen fast immer Gerichte auf der Karte, die sich gut teilen lassen. Sehr beliebt sind Pita mit Gyros oder Souvlaki, Pommes, gegrilltes Fleisch, Reis, Brot, Tzatziki und kleine Vorspeisen. Dazu kommen gefüllte Teigtaschen, Käse, Oliven und viel frisches Gemüse.
Zum Nachtisch gibt es griechischen Joghurt mit Honig, Loukoumades oder Eis. Loukoumades sind kleine frittierte Teigbällchen, die häufig mit Honig, Zimt oder Schokolade serviert werden.
Kinder sind in griechischen Restaurants normalerweise überall herzlich willkommen. Gegessen wird häufig später als in Deutschland. In touristischen Vierteln öffnen viele Restaurants aber bereits am frühen Abend.
Die beste Reisezeit für Athen mit Kindern
Die angenehmste Reisezeit für eine Familienreise nach Athen liegt eigentlich im Frühling und Herbst. Zwischen April und Juni sowie im September und Oktober sind die Temperaturen meist besser für Stadtbesichtigungen geeignet.
Im Juli und August kann es sehr heiß werden. Ein Besuch ist trotzdem möglich, wenn ihr euren Tagesablauf anpasst. Beginnt früh mit dem Sightseeing, plant mittags eine längere Pause und geht am späten Nachmittag noch einmal los. Im Winter ist Athen ruhiger und häufig günstiger. Das Wetter kann wechselhaft sein, bleibt im Vergleich zu vielen mitteleuropäischen Städten aber oft mild.
Wo übernachten Familien in Athen?
Für eine erste Reise eignen sich Plaka, Monastiraki und die Umgebung der Akropolis besonders gut. Von dort erreicht ihr viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Die zentrale Lage spart Zeit und lange Fahrten mit müden Kindern.
Unterkünfte in Athen – Für jedes Budget etwas
Luxus: Das Hotel Grande Bretagne direkt am Syntagma-Platz ist ein ikonisches Luxushotel mit einer Dachterrasse, von der aus du die Akropolis bewundern kannst. Einfach mal richtig gut gehen lassen.
Das AthensWas Hotel in direkter Nähe zur Akropolis bietet modernes Design und exzellenten Service und eine echt gute Ausgangslage
Mittelklasse: Ein Klassiker, das Novotel mit modernen Familienzimmern, einem Außenpool und speziellen Angeboten für Kinder.
Schicki und perfekt, um nach einer Touri-Tour im geräumigen Zimmer oder auf der Dachterrasse im Pool zu chillen – für Eltern und Kinder also genau richtig und preislich in der Mittelklasse: das Coco-Mat Athens BC
Budget: Das City Circus Athens ist ein charmantes Hostel in Psiri mit sauberen Zimmern, freundlichem Personal und einem tollen Gemeinschaftsbereich. Eignet sich auch für eine größere Familie.
Perfekt für das kleine Budget sind auch die Athens Studios. Groß und geräumig, mit eigener Küche, wenige Minuten zu Fuß von der Akropolis entfernt.
Mit Kinderwagen durch Athen
Athen ist nicht überall kinderwagenfreundlich. Viele Gehwege sind schmal, uneben oder zugeparkt. Rund um Plaka und Anafiotika kommen steile Gassen und Treppen hinzu. Ein leichter Reisebuggy ist deutlich praktischer als ein großer Kinderwagen. Für Babys kann eine Trage an einigen Orten die bessere Lösung sein.
Die Metro ist modern und viele Stationen verfügen über Aufzüge. Trotzdem solltet ihr etwas zusätzliche Zeit einplanen, weil nicht jeder Zugang sofort zu finden ist.
Wie viele Tage braucht ihr für Athen mit Kindern?
Drei volle Tage reichen aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Athen mit Kindern zu besuchen. Vier oder fünf Tage sind entspannter und bieten zusätzlich Zeit für den Stavros Niarchos Park, einen Strandtag oder einen Ausflug an die Athener Riviera.
Athen ist keine perfekt herausgeputzte Stadt. Einige Straßen sind laut, der Verkehr ist chaotisch und im Sommer liegt die Hitze schwer zwischen den Häusern. Gleichzeitig ist die Stadt herzlich, spannend und voller Orte, die Kinder aus Geschichten und Schulbüchern kennen.
Die Mischung aus antiken Tempeln, bunten Stadtvierteln, gutem Essen und der Nähe zum Meer macht Athen zu einem abwechslungsreichen Ziel für Familien. Ihr müsst nicht jede Sehenswürdigkeit besuchen. Ein langsameres Tempo, viele Pausen und ein Eis zwischendurch sorgen dafür, dass die Reise für alle entspannt bleibt.
Häufige Fragen zu Athen mit Kindern
Ist Athen für Kinder geeignet?
Ja, Athen eignet sich für Kinder unterschiedlichen Alters. Besonders spannend sind die Akropolis, das Akropolismuseum, der Wachwechsel, der Nationalgarten und der Stavros Niarchos Park.
Wie lange sollten Familien in Athen bleiben?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltet ihr mindestens drei Tage einplanen. Vier bis fünf Tage sind ideal, wenn ihr zusätzlich einen Strandtag oder einen Ausflug unternehmen möchtet.
Welche Sehenswürdigkeiten in Athen sind für Kinder besonders interessant?
Zu den besten Sehenswürdigkeiten für Familien gehören die Akropolis, das Akropolismuseum, der Nationalgarten, der Wachwechsel am Syntagma Platz, Psiri und das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center.
Ist Athen mit Kinderwagen möglich?
Grundsätzlich ja. Ein leichter Buggy oder eine Trage ist wegen der schmalen Gehwege, Treppen und unebenen Straßen jedoch praktischer als ein großer Kinderwagen.
Wann ist die beste Reisezeit für Athen mit Kindern?
April, Mai, Juni, September und Oktober eignen sich besonders gut. Im Juli und August solltet ihr Besichtigungen auf den frühen Morgen und den späten Nachmittag legen.



