Ich würde die Sandalen gern noch ein bisschen im Flur stehen lassen. Aber spätestens, wenn ich morgens auf dem Rad inzwischen wirklich kalte Hände bekomme und nur noch mit Winterjacke auf dem Roller in die Arbeit fahre, lässt sich die Sache mit der kalten Jahreszeit nicht mehr so richtig wegdiskutieren. Die dicken Jacken müssen wieder raus. Und mit ihnen die Frage: Was davon ziehe ich eigentlich noch gern an?
Bevor ich mich durch neue Winterjacken klicke, lohnt sich immer ein Blick in den eigenen Kleiderschrank. Ich vergesse sehr gern mal Dinge, die ich irgendwann gekauft habt. Vielleicht braucht die Lieblingsjacke ein bisschen Zuwendung. Und vielleicht fehlt tatsächlich etwas oder ich passe schlicht nicht mehr rein. Das lässt sich allerdings besser herausfinden, wenn nicht noch die halbe Sommergarderobe davorhängt.
Ich habe meinen Schrank schon mal hier auf dem Blog ausgemistet – seither versuche ich in unregelmäßigen Abständen, wieder Ordnung zu schaffen…

Die Wintergarderobe aus dem Schrank holen und erstmal anprobieren
Winterjacke rausnehmen, kurz anschauen, wieder aufhängen: Damit ist die Bestandsaufnahme leider nicht immer erledigt. Besser alles einmal anziehen, und zwar mit den Sachen, die später auch darunter passen sollen. Mit einem dünnen T-Shirt sitzt schließlich fast jede Jacke bequem. Interessant wird es mit dem dicken Lieblingspullover. Und ich spreche da aus Erfahrung. Leider.
Lässt sich der Reißverschluss noch schließen, komme ich noch über den Bauch damit? Sind die Ärmel lang genug? Und: Gefällt mir die Jacke überhaupt noch, oder hängt sie nur deshalb im Schrank, weil sie damals ziemlich teuer war und naja, jetzt muss sie getragen werden, bis sich die Ausgabe wirklich gelohnt hat?
Auch Schals, Mützen und Handschuhe dürfen bei der Gelegenheit wieder auftauchen. Am besten vollständig. Ein einzelner Handschuh hat zwar einen gewissen Erinnerungswert, mehr aber auch nicht.
Was noch gut ist und gern getragen wird, bleibt. Was nur einen neuen Knopf braucht, muss nicht gleich ersetzt werden. Und eine Jacke, die seit drei Wintern unberührt am Bügel hängt, darf vielleicht woanders weitergetragen werden.
Winterjacken-Trends: Nicht alles muss neu sein
Kurze, voluminöse Pufferjacken, lange Steppmäntel, hohe Stehkragen: Bei Winterjacken interessiert mich weniger, welcher Schnitt gerade unbedingt im Schrank hängen soll, sondern eher, was davon zu meinen vorhandenen Sachen passt und vor allem noch wichtiger: wie zeitlos ist das Teil, damit ich es nächsten Winter nicht absolut ätzend finde.
Ich besitze tatsächlich eine Skijacke und eine Winterjacke. Mehr nicht. Die Winterjacke war ziemlich teuer und ich werde oft mit großen Augen angeguckt, aber ich weiß halt: die Ausgabe hat sich gelohnt, die trage ich, bis sie auseinanderfällt, oder eben ich nicht mehr reinpasse. Mir sind dabei folgende Dinge wichtig: weiter Schnitt, hoher Kragen, Kapuze, gern über den Hintern, keine Muster.
Und selbst wenn die Lieblingsjacke gerade auf keiner Trendliste steht: Wenn sie gut sitzt, warmhält und gefällt, würde ich sie nicht deshalb aussortieren. Ich muss im Winter nicht aussehen, als hätte ich meinen Kleiderschrank gerade den Insta-Trends angepasst.
Verschiedene Winterjacken, verschiedene Kombinationen
Eine kurze Steppjacke würde ich zu einer hoch geschnittenen Jeans oder einer weiteren Hose tragen. Dazu einen schlichten Pullover und Boots, in denen sich auch ein längerer Spaziergang gut anfühlt. Wer gern Kleider trägt, kann die kurze Jacke auch mit einem längeren Strickkleid und Stiefeln kombinieren.
Wichtig wäre mir, dass beim Hinsetzen oder Bücken nicht plötzlich der halbe Rücken frei liegt. Kurze Jacke schön und gut, aber frieren gehört für mich in meinem Alter nicht mehr zum Outfit.
Zur langen Winterjacke mag ich eine gerade Jeans, einen Strickpullover und derbe Schuhe. Viel mehr braucht es eigentlich nicht. Besonders bei einer voluminösen Jacke würde ich darunter nicht noch umständlich mit mehreren weiten Schichten arbeiten. Der Pullover soll bequem hineinpassen. Für mich muss die Jacke sonst noch auf dem Rad und dem Roller funktionieren. Es lebe der Zwei-Wege-Reißverschluss kann praktisch sein, weil sich die Jacke unten öffnen lässt, ohne sie gleich komplett aufzumachen.
Welche Winterjacke passt zum eigenen Alltag?
Zwischen einem kurzen Weg ins Büro und einem langen Nachmittag draußen liegt kleidungstechnisch einiges. Für die Auswahl hilft deshalb eine ziemlich einfache Frage: Wann und wo werde ich diese Jacke tatsächlich tragen?
Eine Jacke für den Weg von der Haustür zur Bahn muss für mich andere Dinge können als eine, mit der ich lange draußen unterwegs bin. Wer viel Rad fährt, braucht Bewegungsfreiheit. Wer am Spielplatz eher herumsteht als herumrennt, freut sich vermutlich über etwas mehr Länge und Wärme.
Für mich muss eine Winterjacke vor allem normale Tage mitmachen. Ich möchte mich darin bewegen können, die Hände in vernünftige Taschen stecken und nicht bei jedem Windstoß den Kragen zurechtrücken.
Falls nach dem Schrankcheck tatsächlich etwas fehlt, lohnt sich ein Blick auf die Winterjacken für Damen von s. Oliver. Ich würde dabei gezielt nach einer Jacke schauen, die eine vorhandene Lücke schließt – und nicht nach einer weiteren Version von etwas, das schon dreimal im Schrank hängt.
Ein Blick auf die Materialangaben gehört ebenfalls dazu. Eine Pufferjacke ist nicht automatisch eine Daunenjacke: Die voluminöse Optik sagt noch nicht, welche Füllung darin steckt. Entscheidend ist also nicht nur, wie die Jacke aussieht, sondern auch, ob Material, Verarbeitung und Pflege zu den eigenen Vorstellungen passen.

Die Lieblingsjacke für den nächsten Winter vorbereiten
Bevor die Winterjacke wieder täglich im Einsatz ist, lohnt sich ein genauer Blick auf Kragen, Ärmel und Taschen. Ist sie tatsächlich schmutzig oder braucht sie nur etwas Aufmerksamkeit? Sie muss nicht allein deshalb gewaschen werden, weil eine neue Saison beginnt. Aber vielleicht muss sie mal imprägniert werden.
Bei der Gelegenheit lassen sich auch gleich die Taschen ausräumen – ich finde da oft sogar noch Geld, hihi. Checkt auch, ob alles noch geht. Reißverschlüsse. Knöpfe. Sonst friert ihr am Ende, weil der Reißverschluss nicht mehr mitmachen mag oder der Knopf gar nicht mehr da ist.
Danach dürfen die Jacke und die passenden Wintersachen wieder nach vorn (buhu). Meine Jacken können so dunkelblau langweilig sein, wie sie wollen, alles lässt sich mit bunten Mützen und Schals aufpeppen! Und alles parat legen.Dann muss ich beim nächsten kalten Morgen wenigstens nicht mehr darüber nachdenken, was ich anziehe. Über das Wetter beschweren darf ich mich natürlich trotzdem.



