Wie du deinen Körper in der Perimenopause unterstützen kannst – und warum sich dein Gewicht jetzt verändern kann

Ehrlich, ich dachte ja immer, ich hätte das mit dem Körpergefühl halbwegs im Griff. Ich esse recht okay – phasenweise gibt es Ausschläge, bewege mich mal mehr, mal weniger und dachte: Läuft. Und dann – zack – plötzlich wache ich auf und passe nicht mehr in meine Hosen … und zwar nicht nur ein bisschen nicht.

Spoiler: Ich hatte nichts verändert (ich denke, ich spoilere damit auch schon das Problem). Und trotzdem hängt da auf einmal dieses Bauchding. Dieses klassische „Was zum Teufel habe ich gestern eigentlich gegessen“-Bauchding. Nur dass ich weder Pizza noch Pasta noch Pommes intus hatte. Nada.

Und dann kam der Moment, in dem ich mal nachgelesen habe, was in der Perimenopause eigentlich so abgeht und nun ja, ich bin jetzt 45, früher Hochleistungssportlerin, später Sportlerin, dann Kinder und immer weniger ToDo mit Sport, aber eben auch: älter. Und, äh – ja. Hormone. Das Östrogen verabschiedet sich so langsam, Progesteron winkt auch nur noch freundlich von der Seitenlinie, und der Körper denkt sich: „Cool, lagern wir mal bisschen Fett ein, man weiß ja nie.“

Was ich nicht wusste: Diese Hormonumstellung sorgt dafür, dass ich Zucker schlechter verarbeite – und eventuell geht es einigen anderen auch so. Gut, dass ich in meinen zuckerfreien Wochen schon mal gelernt habe, wie das geht. Der Grundumsatz, also das, was dein Körper einfach so am Tag verbrennt, geht runter. Tja. Da kannst du dann halt wirklich ein Salatblatt essen und trotzdem zunehmen (natürlich nicht, aber ihr wisst, was ich meine. Hoffe ich).

Aber ich habe auch gelernt, dass das nicht nur „ab einem gewissen Alter“ passiert. Sondern manchmal eben auch schon mit Mitte 30. Und dann geht’s los. Der Körper verändert sich und manchmal nicht immer so ganz sanft. Ich stehe neben mir und denke: „Moment mal, ich hab da doch gar nichts bestellt!“

Warum du zunimmst, obwohl du dich eigentlich echt zusammenreißt

Also, ich habe schon mehrere „jetzt mach ich es aber richtig“ Phasen durch. Mehr Sport, gesünder Essen. Auch mal Intervallfasten (nix für mich) oder ne Mahlzeit mit nem Shake ersetzen (das ist einfach nur dumm). Es gibt ja viele Regelwerke. Und mal klappt’s kurz, mal gar nicht. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe: Ich mach eigentlich alles wie früher und trotzdem passiert… genau gar nix. Außer dass die Waage frech nach oben klettert.

Und ich schwöre: Ich habe nicht plötzlich jeden Abend Tiefkühlpizza gegessen. Es lag nicht am fehlenden Willen. Es lag daran, dass sich mein Körper still und heimlich in einen anderen Modus geschaltet hat. Einer, bei dem mehr essen = mehr Gewicht nicht mal das Hauptproblem war. Sondern: Stress als Mutter. Schlafmangel. Und so ein diffuses „Ich funktioniere halt einfach“-Ding.

Diese Phase, in der ich nachts wachliege, weil ich entweder schwitze oder grüble. Diese Tage, an denen ich schon morgens zu wenig Energie habe und abends trotzdem nicht runterkomme. Und der Körper? Der reagiert. Mit Heißhunger (das liegt aber dann doch wieder am falschen Essen, an fehlenden Nährstoffen, sowas), mit Müdigkeit, mit schlechter Laune.

Und dann ist da halt auch noch der Klassiker: Bewegung wird weniger, weil man einfach oft müder ist – weil ich nicht mehr die 24 Stunden habe, die ich hatte, als ich kein Kind oder nur ein Kind im Wechselmodell hatte. Und das Sofa ruft mich sowas von lauter als meine Laufschuhe. Ausreden gibt es ja genug. Eine heißt Beckenboden. Die andere heißt Leni.  Ich kann’s niemandem verübeln – ich kenn’s von mir selbst. Der Schweinehund gewinnt momentan immer.

Was wirklich helfen kann – ohne den ganzen Diät-Wahnsinn

Ich habe irgendwann aufgehört, Kalorien zu zählen, weil’s mich irre gemacht hat. Ähnlich wie mit der Zuckergeschichte. Wie viel ist drin, das ist zu viel, igitt, ich muss alle davon abbringen das zu essen blablabla.
Stattdessen versuche ich immer noch rauszufinden, wie mein Körper eigentlich auf was reagiert. Was tut mir gut, womit fühl ich mich wie ein Blähfisch, was macht mir wirklich Spaß und was schmeckt. Und ich habe ein Abo bei jemandem, der Sport und Ernährung kombiniert, eine große Community hat, die sich gegenseitig unterstützt und das ist auch schon sehr lehrreich für mich. Wichtig ist halt: genug und richtig Essen, nicht nur im Defizit bleiben, viel Bewegung und Gewichte heben. Lieber zu schwer, als 1000 Wiederholungen übrigens.

Was ich gemerkt habe: Wenn ich besser schlafe, esse ich weniger Mist. Wenn ich weniger Stress habe, ist mein Bauch flacher (sofern man das noch sehen kann). Wenn ich mich ein bisschen mehr bewege – und damit mein ich nicht Bootcamp, sondern Spazierengehen und zwei, drei Mal die Woche Anfängeryoga im Wohnzimmer oder 20 Minuten rumturnen mit meinen Gewichten und Bändern – dann fühl ich mich einfach wohler. Keine News eigentlich, denn ich weiß das und jeder weiß das glaub ich auch. Wenn man gelassener ist, ist es auch leichter, sich selbst anzunehmen – auch wenn es ein bisschen zu viel ist.

Auch beim Essen habe ich aufgehört, alles auf den Kopf zu stellen. Was macht mich satt, ohne dass ich danach ins Fresskoma falle? Gemüse, Eiweiß, Proteine gute Fette – ja, klingt langweilig, hilft aber. Ich stelle fest: haue ich mir tagsüber nur Müll rein (Cornflakes, Weißbrot, ähnliches), fange ich abends an, weiter zu essen. Mit der richtigen Menge an Proteinen und Kohlenhydraten sieht es anders aus. Und ich würde damit generell auch unter meiner Kalorienzufuhr bleiben und könnte mir so auch mal was gönnen. Pizza oder Spekulatius-Tiramisu. Weil: Essen macht was, glücklich und zufrieden und gehört eben auch dazu. (Übrigens, immer im Defizit zu bleiben und sich mit 1800kcal pro Tag runterzuhungern macht nicht das, was ihr wollt, sondern euren Körper setzt das in Alarmbereitschaft und er speichert, statt zu verlieren).

Am Ende ist also alles eine Mischung aus weniger Druck, mehr Bewegung, mehr Schlaf und der Erkenntnis: Ich muss nicht perfekt sein. Nur ein bisschen netter zu mir selbst. Und ja, die Wampe weg wäre schön.

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Wenn du ein bisschen Unterstützung brauchst

Wenn ihr merkt, ihr kommt alleine nicht weiter, die Kilos bleiben hartnäckig da, wo wir sie nicht haben wollen, dann gibt es inzwischen eben auch viele andere Möglichkeiten, abseits von „Trink nur Saft und lauf 30.000 Schritte“-Tipps (was übrigens auch dumm und ungesund ist), sondern ärztlich begleitete Möglichkeiten. Nichts, was man mal eben so ausprobiert, sondern man sollte sich vorher schon beraten lassen. Ihr wisst ja, so ist das bei echten Medikamenten. Wichtig ist auch: Ich werde hier ernst genommen. Und ja, sowas gibt’s heute natürlich auch ganz ohne Wartezimmer – diskret und online.

Wenn du neugierig bist, wie das aussehen kann, findest du ganz persönliche Erfahrungen von anderen, die den Weg auch gegangen sind, bei Saxenda wie es vorher und nachher war. Ich kann mir vorstellen, dass es für viele ein Gamechanger ist, bzw. ein Einstieg in ein gesünderes Leben, denn natürlich muss man seine Essgewohnheiten trotzdem umstellen.

Es geht halt nicht um perfekt, es geht um dich

Wenn sich der Körper verändert, fühlt man sich manchmal wie in einer schlechtsitzenden Hülle. Und das ist okay. Es muss nicht immer alles rundlaufen. Man darf genervt sein, frustriert und zwischendurch auch einfach müde von allem.

Aber du bist nicht allein damit. Und du musst da auch nicht alleine durch. Es geht darum, wieder mehr bei dir selbst anzukommen. Kleine Schritte, die sich gut anfühlen. Nicht weil irgendwer sagt, dass du das tun sollst, sondern weil du es für dich willst.

Und wenn du merkst, dass du allein nicht weiterkommst, dann darfst du dir auch Hilfe holen. Punkt. Es ist dein Körper, dein Leben und dein gutes Recht, dich wieder wohl darin zu fühlen.

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