Jetzt noch über einen Winterurlaub zu schreiben erscheint mir etwas seltsam. Aber dennoch ist Zell am See Kaprun eine Reise wert und das ja nicht nur im Winter. Wir hatten Glück, wir waren in der letzten Woche der Wintersaison 2012/13 noch einmal vor Ort, Mitte Mai startet dann die Sommersaison.

Mir grauste ehrlich gesagt sehr vor der langen Zugfahrt. Alleine mit zwei Kindern, zwei Koffern, einer Tasche und Rucksäcken, 11 Stunden Fahrt mit dem Zug von Berlin nach Zell am See, mit Umsteigen in München. Aber es hat alles einwandfrei geklappt, der Große trägt den Koffer meist selbst, die Kleine bekommt sowieso immer Hilfe von allen und jedem, wenn sie nur mit den Augen blinkert. Da tragen sie die Leute aus dem Zug und den Koffer hinterher.

Mit dem Auto hat man von Berlin aus 750km zu fahren, von München sind es knapp 180 km, also fast um die Ecke.

Wir sind im Familienhotel amiamo untergekommen, das für den Winter die perfekte Lage direkt an der Schmittenhöhe hat, vom Hotel kann man – bei ausreichend Schnee – einfach mit Skiern zur Gondel runterfahren, die einen dann zur Mittelstation oder auch bis knapp 2000 Meter bringt.

Das Hotel bietet Rundumbetreuung für den Nachwuchs, All Inclusive Versorgung und sehr nettes Personal. Schwimmbad, Babybecken, Aussenpool und Sauna sind vorhanden, genau so wie ein enorm großer Spielbereich mit Kletterburg und Bergmine, Matten und Bastelmöglichkeiten für Kinder (selbst für Elfjährige noch gut zu verkraften).

Amiamo Schwimmbad

Für die Kinder gibt es abends Essen vom Buffet, während die Eltern sich das Essen für den jeweiligen Abend immer am Tag vorher auf einer Karte aussuchen. Das bedeutete dann bei mir: Ich habe fast jeden Abend allein gegessen, weil die Kinder schon lange satt, fertig und ‚wirmüssenwiederlosspielen‘ waren. Wäre ich nicht als Einzelelternteil dort gewesen, äussert sich so etwas bestimmt positiv. Man kann als (Eltern-)Paar endlich mal wieder alleine Essen. Und das auch noch hervorragend.

Areitbahn Zell am See Schmittenhöhe

Wir waren die ersten zwei Tage auf der Piste, die Kinder im Skikurs und ich konnte mich in diesem Jahr alleine auf der Piste vergnügen, aber immerhin: Die Kinder wollten immer lieber mit mir Essen gehen, statt mit dem ganzen Kurs. Hach!
Die Schmittenhöhe ist sehr familienfreundlich, große und weite Pisten, ungefähr 2329483948 Skikurskinder und -Erwachsene, die noch nicht so genau wissen, wohin mit sich. Ein sprachliches Kauderwelsch! Die Skikurse werden da zum Teil in drei Sprachen gleichzeitig geführt.

Kinderskikurs Zell am See

Wenn das Wetter – wie am dritten Tag – mal nicht so mitspielt, gibt es glücklicherweise auch genug Indooralternativen. Mit dem Bus wollten wir 40 Minuten nach Mittersil rüberfahren um uns die Nationalpark Welten anzusehen. Murmeltier hätte man sein können, sich auf eine Kuhweide legen dürfen und noch viel mehr Infos über die alpine Welt.
Aber: Der. Bus. kam. einfach. nicht.

Frustriert haben wir dann erst mal im Hotel Mittag gegessen. Nachmittag, neuer Versuch: Klettern wollten wir gehen. In einer Kletterhalle, die sich als riesige Mehrzweckanlage und Herberge herausstellte! Angemeldet waren wir auch. Aber leider war dann doch niemand vorbereitet. „Hochseilgarten. Das können Sie machen. Klettern geht nicht, keine Ausrüstung, kein Lehrer.“ Hm. Nein, können wir eigentlich nicht, weil Kind 1 zu klein für Hochseilgarten und Kind 2 hat ein bisserl Höhenangst.

Hochseilgarten

Und während man beim Klettern selbst entscheiden kann, wie hoch es gehen soll, fängt der Hochseilgarten in der Kraxlerei einfach mal ganz oben an. Fünf Meter (waren es fünf? Oder 100?) unter mir: Ein Basketballfeld. Im Anschluss sind wir noch in der Boulderhalle gelandet, die hat dann allen ein bisschen mehr Spaß gemacht. War halt nicht so hoch und die Kontrolle war da.

Bouldern mit Kindern

Die gesamte Anlage ist enorm. Jugendherberge hängt dran, draussen gibt es ebenfalls Klettermöglichkeiten und drin stehen Gästen und Bewohnern Kletterhalle, Boulderhalle, zwei Beachvolleyballfelder, Basketballfeld, Hochseilgarten und anderer Kram für enormen Freizeitspaß zur Verfügung. Wenn man da wohnt braucht man glaub ich nicht mal mehr einen Skipass, so sehr kann man sich da beschäftigen.

kitzsteinhorn Gipfelgondel

An Tag 4 war der Kitzsteinhorn angesagt. Das Wetter war perfekt (Sonne), also los. Vom Hotel fährt man mit dem Bus etwa 35 Minuten im Stehen, zusammen mit vielen anderen Skiern, Skischuhen, Stöcken und Skifahrern zur Gondel. Der Busfahrer erinnerte mich an Berlin, wenn gebremst wurde, dann richtig.
Mit der Gondel kommt man bis zur Mittelstation auf 2450 Meter. Noch höher geht es dann auf den Gipfel auf 3029 Meter. Die Aussicht da oben ist grandios. Ein bisschen Bildung gibt es auch, wer von Panoramalplattform zu Panoramaplattform läuft, wandert durch einen 360 Meter langen Stollen, in dem einem die Entstehung der Hohen Tauern näher gebracht werden soll.

Permafrost

Unseren letzten Tag haben wir dann ganz faul im Tauern Spa verbracht. Eine ebenfalls noch recht neue und sehr gelungene Anlage, in der sich Kinder und Erwachsenen wohlfühlen können. Und immer die Berge im Blick. Ein bisschen schade war, dass dort Kinder erst ab 15 Jahren in den Saunabereich durften.

Tauern Spa

Die Rückfahrt nach Berlin dauerte wieder fast 12 Stunden, aber mit Bergpanoramen im Kopf und die Aussicht auf zu Hause haben wir das eigentlich ganz gut hinbekommen.
Abschließend kann ich nur sagen, dass es ein sehr schöner und entspannter Urlaub mit beiden Kindern war und ich mich darauf freue, so was bald mal wieder zu wiederholen…wer weiß, wo es uns dann hinführt.

Die Reise wurde unterstützt vom Tourismusverband Zell am See Kaprun.

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