Ich nehme euch heute mit auf einen Urlaub an der Mosel. Es war mein erster Besuch an der Mosel – überhaupt in dieser Ecke Deutschlands – und durchaus bin ich angetan. „Urlaub zuhause“ bzw. im eigenen Land erfreut sich ja immer größere Beliebtheit. Und ich kann mich immer nur wiederholen: warum eigentlich nicht. Bisher wurde ich nie enttäuscht und so ging es mir auch an der Mosel.
Für diese Reise fahren wir von Berlin einmal quer durch Deutschland. Mit dem Zug dauert es etwa neun Stunden mit einmal umsteigen. Aber wir sind mit dem Auto unterwegs, um vor Ort flexibler zu sein. Ohne Verkehr liegt die Fahrzeit bei knapp acht Stunden.









Das Wichtigste zuerst: Für einen Urlaub an der Mosel solltet ihr euch Zeit nehmen. Die Region ist größer, als man denkt, und es gibt unglaublich viel zu entdecken. Vier Tage waren für uns definitiv zu wenig.
Für einen ersten Überblick über schöne Orte an der Mosel, Ausflugsziele und besondere Unterkünfte reicht es aber und genau das habe ich euch hier zusammengestellt.
Urlaub an der Mosel im Weingut – eine besondere Übernachtung
Wir waren im Kulturweingut Longen Schlöder untergebracht. Dort findet ihr Unterkünfte für Paare und kleinere Familien in Form von Winzerhäuschen.






Die Winzerhäuschen sind gestalterisch sehr klar und ohne unnötigen Schnickschnack eingerichtet. Klare Formen, warme Materialien, ein durchdachtes Lichtkonzept – ich fühle mich sofort wohl. Gleichzeitig merkt man schnell: Wer Ordnung liebt, räumt hier besser regelmäßig auf. Es gibt keine klassischen Schränke, sondern offene Regale und eine Leiter.
Den Abend verbringt ihr entweder im Restaurant oder auf der eigenen Terrasse – oder beides. Mit Blick ins Grüne, auf die Weinberge und das Schieferhäuschen. Es ist ruhig, weitläufig und genau der richtige Ort, um runterzukommen.

Direkt in der Nähe: ein großer Generationenspielplatz, die Mosel selbst und viele Wege für Spaziergänge, Fahrradtouren oder kleine Wanderungen. Wer an die Mosel reist, bewegt sich automatisch mehr und das fühlt sich hier auch ganz selbstverständlich an.


Sehenswürdigkeiten an der Mosel – unsere persönlichen Highlights
Das Moselgebiet ist weitläufig. Alles zu sehen ist kaum möglich, deshalb gilt gerade mit Kindern, lieber weniger vornehmen und dafür entspannter unterwegs sein. Unsere Mosel Tipps und Highlights für die vier Tage waren diese:
Wild- und Freizeitpark Klotten
Für die Kinder definitiv das Highlight unseres Mosel Urlaubs. Es gibt viele Tiere zu sehen, Nasenbären, Dammwild, Schweine, Steinböcke und verschiedene Vogelarten. Danach geht es direkt weiter zu Fahrgeschäften, Achterbahn und Karussell.
Das funktioniert für größere und kleinere Kinder gleichermaßen gut. Einziger Haken: Wenn viele Schulklassen da sind, kann es aktuell zu längeren Wartezeiten kommen.
Schon am Eingang wartet ein richtig schöner Blick auf die Mosel, fast schon ein kleines Highlight für sich.






Burg Eltz
Die Burg Eltz stand schon lange auf meiner Liste und sie ist wirklich so schön, wie alle sagen. Zu normalen Zeiten ist sie wohl ein absoluter Touristenmagnet, bei uns war es überraschend ruhig.
Was viele unterschätzen: Die Umgebung ist eigentlich genauso spannend wie die Burg selbst. Sie liegt mitten im Wald in einem Tal, komplett umgeben von Natur. Von hier starten mehrere Wanderwege, die sich bei Bedarf natürlich ausnutzen lassen.



Ein Tag Trier
Mein persönliches Highlight: Trier. Unser Stadtführer Hannes hat sich sofort auf uns eingestellt, und plötzlich waren wir mittendrin in Chronogrammen und römischer Geschichte. Selbst die Kleinste (2 Jahre) hat die Tour gut mitgemacht, auch weil sie auf dem Spielplatz endete, unser Führer es aber auch schaffte, sehr junge Menschen zu begeistern.
Trier ist für mich eine Stadt voller Gegensätze. Es gibt schöne Ecken und dann wieder Gebäude, bei denen man sich fragt, was da passiert ist. Der Verkehr ist ebenfalls…
sagen wir: herausfordernd.
Was Trier kann: Geschichte. Der römische Einfluss ist überall spürbar. Die Porta Nigra ist natürlich Pflicht, genauso wie die Konstantinbasilika. Besonders spannend fand ich den Mix aus römischer Architektur und den späteren Baustilen. Richtig gute Sehenswürdigkeiten in Trier:
Petrisberg für den Ausblick
Kaiserthermen
Amphitheater
Mit der ANTIKENCARD habt ihr Zugang zu allen wichtigen römischen Bauwerken und für Freunde derselben lohnt sich die Karte definitiv.












Und ganz kurz noch: 1981 kam Sekt (etwa 800 Liter „Herrenklasse trocken“) statt Wasser aus den Leitungen. Die damals dafür verantwortliche Sektkellerei Bernard-Massard gibt es übrigens noch.
Moselschleifen fotografieren, Aussichtspunkte und kleine Abenteuer
Wenn ihr typische Mosel Bilder im Kopf habt, dann wahrscheinlich genau diese geschwungenen Flusslandschaften, die Moselschleifen.
Ich wollte zur Moselschleife bei Bremm. Spoiler: Es war komplizierter als gedacht. Google Maps hilft nur bedingt, der Parkplatz ist nicht eindeutig, und am Ende bin ich irgendwo gelandet, wo ich erstmal suchen musste.
Dann ging’s los: zu weit oben, nichts gesehen, wieder runtergeklettert – mit Kinderwagen statt Kraxe. Keine gute Idee. Es gibt keine Absperrungen, also definitiv nichts für Höhenangst oder Kinder, bei denen man Angst haben muss, sie stürzen ab.
Und natürlich: Die Sonne war genau für das Foto weg. Aber egal. Diese Moselschleifen sind die reinste Augenweide. ALLE.

Alternativen für schöne Mosel Aussichtspunkte:
- Beinter Kopf
- Moselschleife Trittenheim (einfach erreichbar)
- Prinzenkopfturm
- Fünfseenblick Aussichtsturm
- Burgruine Landshut
Hier lohnt es sich wirklich, vorher etwas zu recherchieren oder am besten Einheimische zu fragen.
Sehenswertes entlang der Mosel
Auch sehr schön und sehenswert sind die Städtchen Saarburg und Bernkastel-Kues. In Saarburg findet ihr auch einen Sessellift, oben könnt ihr das Freizeitgelände des Landal GreenParks Warsberg mit Restaurant, Sommerrodelbahn und Minigolf mitnutzen. Außerdem findet ihr den Greifvogelpark Saarburg um die Ecke. Mit Kindern auf jeden Fall ein Highlight.
Immer noch nicht genug? Dann noch ein paar Empfehlungen, die auf meiner Liste standen, die ich aber leider nicht mehr alle geschafft habe:
Triolago Freizeitsee
Reichsburg Cochem
Burg Metternich
Die Ehrenburg
Hängeseilbrücke Geierlay
Besucherbergwerk Fell
Und natürlich gibt es tausend Möglichkeiten, sich in der Gegend fortzubewegen oder Erlebnisse mit der ganzen Familie zu sammeln. Radl- oder Wandertouren, es gibt einiges an Freizeitsparks, Sommerrodelbahnen und derlei Dinge. Was mir total gefehlt hat – ein Grund, warum ich also unbedingt nochmal hin muss: ich war gar nicht auf dem Wasser. Das geht in klein mit einem Kanu oder in groß auf dem Dampfer. Je. nach Lust und Laune eben.
Bei uns hat diesmal das Wetter nicht so recht mitspielen wollen und dennoch hatten wir sehr viel Glück und haben regenfreie Stunden genutzt. Es gibt aber natürlich auch Schlechtwetteralternativen: wer gern baden geht, nutzt z.b. die Moseltherme oder die Vulkaneifeltherme.
Anreise an die Mosel
Gern würde ich sagen: einfach mit dem Zug. Je nachdem, wie weit oder wohin ihr euch fortbewegen wollt, ist das sicher auch die beste Entscheidung, weil stressfrei. Allerdings fährt nach Trier kein ICE und von Berlin sind die Fahrtzeiten für Zug und Auto identisch und vor Ort müsst ihr ja auch noch irgendwie weiter. Aber: Verkehr ist immer und die Rückreise war wirklich keine schöne Autofahrt (und das von mir). Immer voll, bis zur A9 nur Zweispurig, es war einfach unangenehm und tatsächlich glaube ich, dass man die Zeit, insbesondere als Familie, in der Bahn sinnvoller rumbringen kann.
Zur Not gibt es sicher die Möglichkeit, sich z.B. tageweise vor Ort ein Auto zu leihen.






