10 Jahre Butterflyfish – Höhen und Tiefen und was sich so ändert in der Welt der „Blogosphäre“

Meine Güte, es gibt butterflyfish jetzt seit zehn langen Jahren. Auf meiner Reise hierher haben mich so viele Leute begleitet – manche über den ganzen Weg, andere auf einem Teil, wieder andere sind irgendwann dazu gekommen. So viele Dinge haben sich geändert, in der Bloggerwelt, in der Kennzeichnungswelt und tja, manchmal, manchmal gibt es Tage, da denke ich mir: Scheiß drauf, ich schmeiss das hin.

Design für Kinder

Aber: Butterflyfish ist mein Baby. Es ist das EINZIGE, dass ich wirklich konsequent seit 10 Jahren am Stück mache. Ich habe noch nie 10 Jahre in einer Wohnung gewohnt, war noch nie 10 Jahre mit einem Mann zusammen (aber fast), hatte noch nie 10 Jahre den gleichen Job. Aber dieses Blog hier ist noch da….und ich noch nicht so weit abzutreten.

Vor 10 Jahren waren schöne Produkte für Kinder der Grund, warum ich angefangen habe, dieses Blog zu schreiben. Weil ich nur mit Pailletten bestickte Umstandsmode gesehen hab, rosa Kinderzimmer, Rüschen und fürchterliche Gitterbetten. Damals gab es schon 1000 verschiedene Felgen für einen Kinderwagen (wie bei Autos!), aber dazu unglaublich hässliche Babykleidung und von der Auswahl an Schwangerschaftsmode will ich gar nicht reden.

Ich durfte dann in den letzten zehn Jahren so viel erleben, so viel sehen, ausprobieren, vorstellen und entdecken. Und konnte das machen, was mir Spaß macht. Gleichzeitig habe ich dazwischen schon so viele Blogs aufpoppen sehen, manche auch nur mit dem Ziel: Ich verdiene damit jetzt Geld. Viele sind wieder verschwunden, ein paar sind noch übrig, quasi die Guten, wenn man so will.

Die ursprüngliche Idee und der Weg zum Hier und Jetzt

Begonnen hat mit butterflyfish alles mit einer Idee. Ich wollte ein Magazin für Eltern gründen. Aber mir wurde davon abgeraten zu einem Verlag zu gehen: Die nehmen deine Idee, sagen dir, wir toll sie ist und dann bist du raus und deine Idee setzt jemand anders um. Und dann sagte mir ein Freund: Ey, mach doch einfach erstmal ein Blog. Kostet nichts und du kannst schreiben wann und was du willst.

Und tja, 10 Jahre später schreibe ich tatsächlich noch wann ich will und meisten auch was. Alles fing mit Babys an und wuchs und veränderte sich. Heute gibt es immer noch Kinderkram, aber auch viel mehr für Mütter und über das Reisen mit Kindern.

Wohin solls jetzt gehen?

Was mich besonders in den letzten Monaten beschäftigt hat: Was will ich denn eigentlich schreiben? Wo will ich denn hin? Mit dem Blog? Mit mir?

Denn klar, es war nicht nur einmal, dass ich mir anhören durfte: Das hast du doch jetzt nur so geschrieben, weil du das umsonst bekommen hast/dafür bezahlt wurdest.
Und schon vor vier Jahren habe ich mich selbst dabei erwischt, wie ich in meinem Designblog für Kinder nichts gefunden habe, von dem ich wüsste, das würde meiner Tochter zu Weihnachten gefallen.

Und dann ist da ja noch eine ganz andere Sache: Geld verdienen.
Es gab Zeiten, da habe ich mir gar keine Sorgen machen müssen. Da kamen ständig irgendwelche Anfragen rein und ich konnte mir aussuchen, was ich machen will. Aber wer das Babythema verlässt, hat nicht mehr ganz so viel Auswahl. Wer zwischendurch auch noch andere Jobs und Projekte (wie das Jahr bei Nido in Hamburg) annimmt, der hat es noch schwerer, denn auf einmal kommen lauter Mails mit: Kannst du denn auch was bei Nido veröffentlichen. Es lebe der Print. Gähn.

Dann kommen die Anfragen, die ein ganzes Paket aus Videos, Rezepten, DIYS, Fotos und Texten haben wollen, die sie dann am Ende mit einem feuchten Händedruck bezahlen und letztendlich brauche ich zum Teil MONATE um einen guten Deal in trockene Tücher zu packen. Das Ende vom Lied: Du willst das als bezahlt kennzeichnen? Ne, dann doch nicht. AAAAAAH!

Und für das Reisen? Für das Reisen gibt es selten bis nie Geld, dafür aber ausfallende Arbeitszeit und manchmal auch das Tragen der Reisekosten auf den eigenen Schultern. Aber Werbung und Fotos für Hotels und Destinationen.

Urlaub mit Familie - Bastogne

Da gibt es dann Momente: Das bringt nichts, das führt nirgendwo hin – ich kann doch so die Miete nicht bezahlen. Und man wünscht sich, dass Kunden und Agenturen einen nicht ständig nur als billige und naive Werbenutte sehen, auch wenn ich halt nicht gerade Bibi bin oder Jayne oder irgendwer mit 23903943049 Followern.

Ich habe eine spezielle, kleine, feine Zielgruppe, eine Nische wenn man so will. Und die wächst nur langsam, weil ich halt nicht den üblichen Elternkram poste, der für Kommentare und Follower aller Couleur passt.

Die mühselige Diskussion über Influencer

Generell hat sich in den letzten Jahren viel verändert.  Auf einmal sind sie da, die Pflichten zur Werbekennzeichnung, was mich nie groß tangiert hat, weil ich ja sowieso schon immer nur über Produkte geschrieben habe. Das war ja der Plan. Design. Für. Kinder. Das ist nichts anderes, als ein Haufen Produkte auf einer Webseite. Natürlich wächst das nach und nach und wird größer, ändert sich thematisch ein wenig und ja, inzwischen habe ich ja auch was damit verdient – und kennzeichnen ist für mich auch kein Problem. Ich sehe mich dennoch nicht als Influencer, denn ich unterstelle meinen Lesern mal, dass sie selbständig in der Lage sind, zu entscheiden, was sie wirklich brauchen, ihr seid ja nicht 12 Jahre alt…

Aber das uns Bloggern diese Scheiße mit der Kennzeichnung ständig aufs Brot geschmiert wird, während Printmagazine und Filme voll davon sind – ohne das auch nur irgendwo anzugeben, verstehe ich den Aufriss nicht. Ich sehe auch immer noch nicht ein, über SELBST formulierte Texte mit EIGENEN Fotos Anzeige zu schreiben. Das ist doch MEINE Arbeit und MEIN Bildmaterial. Das ich dafür bezahlt werde, kann ich auch mit anderen Worten formulieren, denn mit dem platten Wort Anzeige.

Noch schlimmer sind eigentlich nur noch die Blogger, die sich untereinander anschwärzen und überall herum erzählen, wie toll, korrekt und ehrlich sie selbst doch selber sind. Dabei geht für mich eines verloren: Der Spaß. Das, was in den letzten 10 Jahren Spaß gemacht hat, wird auf einmal anstrengend, weil jetzt auch Mails von Bloggern kommen: Sag mal, wurdest du dafür bezahlt, du hast gar nicht gekennzeichnet – wenn ich doch einfach nur mal ein Produkt vorstelle, dass ich im Zweifel am Tag vorher per Mail geschickt bekommen habe oder im Netz entdeckt habe.

Ich kann euch jetzt mal so viel sagen: Wenn ich über ein Produkt schreibe, dann hat es mir gefallen, manchmal auch nachhaltig beeindruckt und manchmal finde ich es halt einfach geil. Wie einen Audi A8 mit Massagesitzen oder ein geschmeidiger Porsche. z.B. die NIEMALS innerhalb meines Budgets liegen werden. Oder Mode. Oder Babyspielzeug. Und ja, manchmal werde ich auch dafür bezahlt. Und dann steht es auch dabei.

audia8_hamburg_speicherstadt

Und das kommt

Die Reisen werden nicht weniger – allein in diesem Jahr habe ich meinen ökologischen Fußabdruck eigentlich schon so ausgereizt, dass darf ich gar niemandem erzählen. Ich war in Jordanien, in Kanada, in Thailand, in der Schweiz, in Österreich und es folgen noch Juist, die Zugspitzregion, Brandenburg und tja, nochmal Thailand im Dezember.

jordanien reiseerfahrungen mit kind

Aber: ich habe fleissige neue (und alte) Redakteure, die mich in Zukunft auf dem Blog unterstützen und die auch das Babythema wieder ein bisschen mehr aufleben lassen werden. Aber das seht ihr ja alles, wenn ihr mir weiter treu bleibt.

Ich möchte mich erst einmal bei all meinen Lesern, allen Kunden und Agenturen mit denen ich je zusammengearbeitet habe und bei meinem Kerl und meinen Kindern bedanken. Ohne euch gäbe es das hier nicht!

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  1. Wahnsinn oder, 10 Jahre!!! Was für ein Jubiläum! Für mich sind es im Januar 10 Jahre sanvie.de – ich kann auch gar nicht glauben, dass ich so lange durchgehalten habe und staune auch immer mehr über die Veränderungen der letzten Jahre. Aber egal, auf in die nächsten 10 Jahre! Alles Gute, Kerstin

  2. Ich kann VIELES von dem, was Du schreibst, sehr gut nachvollziehen. Danke für 10 Jahre Deiner Ideen, Texte, Fotos, Tipps und Meinungen. Du bist eines der Urgesteine der deutschen Bloggerszene und hast immer Dein Ding gemacht. Congrats!

  3. Happy birthday! Ich überlege gerade, seit wann ich Dein Blog lese, das müssten so ca. 8 Jahre sein. Da hat sich einiges getan in der Zeit :-) Vor allem hatte ich damals noch viel mehr Zeit, Blogs zu lesen. Und Dein Blog war das erste, das ich regelmäßig las, das mich so richtig interessierte und durch das ich überhaupt in die Welt der Blogs kam. Nun, zwei Kinder, eine abgeschlossene Ausbildung und ein fast beendetes Studium später, schau ich leider viel seltener bei Dir rein. Aber nicht weniger gern als früher! Auf viele weitere Jahrzehnte!

    Viele Grüße
    Judith

  4. Toll. 10 Jahre Dani, und ich war fast von Anfang an dabei :) Mach weiter so. Ich mag deinen Blog, deine Art zu schreiben, deine Themen, deine Authentizität.
    Danke für 10 Jahre und auf weitere viele :)
    LG Jenny

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