Flucht in die Alpen – heute: Innsbruck

Durch unseren Umzug in diesem Jahr ist unsere Skifahrerplanung leider total auf der Strecke geblieben. Ein Umzug ist teuer und Skifahren ja ebenso. Ausrüstung leihen, Skipässe, Hotel, Essen, An- und Abreise… das gibt unser Budget in diesem Jahr nicht mehr her (ich hoffe jetzt also schon auf den nächsten Winter!). Euch kann ich aber dennoch – und sei es nur virtuell – immer in die Berge schicken. Ob nun noch zur letzten Pistenabfahrt oder eben erst, wenn der Frühling schon an die Tür klopft, Berge gehen eigentlich immer.

In den nächsten Wochen stelle ich euch nach und nach meine Lieblingsorte in den Alpen vor. Heute:

Innsbruck

Für ein paar Tage lohnt sich ein Ausflug definitiv. Etwas mehr als 120.000 Einwohner liegt es eingepfercht zwischen mehreren Bergen – und ist somit ein idealer Ausgangspunkt für verschiedenste Unternehmungen.

Tag 1:
Erstmal ankommen. Ob Hotel oder Hütte im Wald, die Möglichkeiten sind vielfältig. Ich war im ADLERS, dem neuesten und modernsten Hotel Innsbrucks. Allerdings würde ich das nur begrenzt weiter empfehlen. Ist soweit natürlich ganz schick, allerdings solltet ihr eventuell kein Zimmer ganz oben buchen. Dort ist zwar der Ausblick fantastisch, aber ihr seid auch direkt unter der Hotelbar, das ist spät abends deutlich zu hören.

innsbruck adlers hotel
Zimmer und Ausblick im ADLERS: kann schon was

Ob Einzelfall oder nicht, nervig war es trotzdem: Während meines Aufenthalts kam Hotelpersonal trotz „Bitte nicht Stören-Schild“ zweimal (!) in mein Zimmer – ich war auch drin – glücklicherweise nicht nackt. Ebenfalls Frustrierend: Frühstück ist inclusive, aber zum einen merkt sich das Personal dein Gesicht nicht – so muss ich auch nach vier Tagen noch meine Zimmernummer der gleichen Dame nennen, während ich aus anderen Hotels schon nach zwei Tagen mit Name gegrüßt werde (hach, Luxusprobleme) und ich fühlte mich häufig von oben herab behandelt. Zum anderen muss man offensichtlich auch als Hotelgast am Wochenende einen Tisch zum Frühstück reservieren, dank Brunch für alle sitzt man sonst nämlich in der verrauchten Bar auf Barhockern, weil im eigentlichen Restaurant bereits alles voll ist. Herzlich Willkommen!

Immer wieder toll ist dennoch die grandiose Aussicht über Innsbruck – aber dennoch ist der „Hot Spot“ ADLERS für mich etwas überbewertet. Auch wenn das Abendessen übrigens HERVORRAGEND schmeckt und ich das SPA samt traumhafter Aussicht an mehreren Tagen meist für mich ganz alleine hatte.
innsbruck adlers spa
Noch was sehen? Ein Spaziergang durch die Stadt zum Beispiel. Mit einem Besuch bei der Innsbruck Information (Burggraben 3), um sich eine Innsbruck-Card anzuschaffen. Die gibt es für 24 Stunden (33 Euro), 48 Stunden (41 Euro) und 72 Stunden (47 Euro) – Kinder zwischen 6 und 15 Jahren zahlen nur die Hälfte – und viele Sehenswürdigkeiten sind inklusive oder günstiger. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind enthalten. Unbedingt nutzen: eine Fahrt mit den Bahnen auf die Berge rundherum ist inkludiert, allein dafür lohnt sich die Anschaffung (denn eine Fahrt auf die Nordkette kostet sonst über 30 Euro).

Wo wir noch in der Stadt sind, einen Blick auf das goldene Dachl werfen und noch schnell rauf auf den Stadtturm. Und als Abschluss noch ein zünftiges Abendmahl, zum Beispiel im Sitzwohl.
innsbruck stadtspaziergang
innsbruck stadtspaziergang
innsbruck stadtspaziergang innsbruck stadtspaziergang

Tag 2: 

Erstmal Kaffee. Im Café Central lässt es sich ordentlich frühstücken und natürlich auch Kaffee trinken. Danach weiter zur Bergiselschanze. Die ist allein architektonisch schon ein absolutes Highlight (dank Zaha Hadid). Juni bis Oktober täglich 9 bis 18 Uhr und November bis Mai von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am Dienstag ist Ruhetag. Von hier oben hat man ebenfalls einen herrlichen Blick über Innsbruck, kann sich den Wind um die Ohren pusten lassen und ausserdem noch ein bisschen Sportgeschichte mitnehmen. Mittagessen ist im Restaurant in der Schanze möglich.
innsbruck bergiselschanze innsbruck bergiselschanze
Weil wir schon mal da oben sind, kann auch noch ein Blick auf das Tirol Panorama mit seinem großen Rundgemälde geworfen werden. Wenn die Zeit noch reicht, in der Hofburg lässt es sich schön lustwandeln (dauert auch nicht lange), mir wurde der Audioguide für Kinder an´s Herz gelegt, denn der sei wesentlich spannender gestaltet als der für Erwachsene. Fand ich gut ;)
innsbruck hofburg

Wer die Kinder zu Hause lässt, sollte sich unbedingt einen Abend bei Chez Nico gönnen. Nico findet ihr versteckt in einem kleinen, ruhigen Hinterhof, es gibt etwa 4 oder 5 Tische und ein Menü jeden Abend. Sowohl Koch als auch Essen sind eine Augenweide. Das Menü überrascht immer wieder mit den verschiedensten Geschmäckern im Mund und der Wein…der Wein ist unfassbar gut ausgewählt…geiler Scheiß, quasi. Ich war alleine dort und hab´s keinen Moment bereut.
Pro Person kostet das abendliche vegetarische (!) Hammer-Menü 60 Euro (6-7 Gänge).

Tag 3:

Ganz nach oben bitte! Mit der Hungerburgbahn vom Zentrum aus bis zur Nordkettenbahn fahren. Für Erwachsene bestimmt nicht weniger spannend als für Kinder:


Wer möchte, legt einen Zwischenstop im Alpenzoo ein. Alle anderen fahren rauf auf den Berg. Je nach Jahreszeit kann man Skifahren oder Wandern. In 20 Minuten ist man vom Stadtzentrum auf dem Berg. Für Sportler definitiv ein Traum! Für alle anderen Aussichtsgenießer aber auch, dafür sorgen das Restaurant (allerdings mit fürchterlichem Kaffee) und die einladenden Sonnenliegen am Hang. Die Kids können derweil mit den Alpendohlen um die Wette hopsen.
innsbruck nordkette

Viel mehr braucht man an diesem Tag eigentlich nicht.
Es regnet? Dann vielleicht einfach mit dem Bus in die Swarowski Kristallwelten fahren – Achtung, erst wieder ab dem 30. April 2015 mit vielen glitzernden Neuheiten –  ist für Kinder und Erwachsene, die auf Glitzer und (Licht)Kunst stehen eine schicke Erfahrung, denn alles ist erleuchtet, sogar die Spiegel auf den Toiletten…
Geöffnet täglich von 9:00 bis 18:30, der Bus fährt aus Innsbruck direkt vor die Tür.
innsbruck swarowski welten
innsbruck swarowski welten
innsbruck swarowski welten
innsbruck swarowski welten

innsbruck swarowski welten
Selbst die Spiegel in der Toilette leuchten.
Share:
dani

dani

Dani lebt und arbeitet in Berlin und schreibt seit neun (!) Jahren fleissig an butterflyfish.

2 comments

Schreibe einen Kommentar