Toronto CN Tower View

Toronto mit Kindern – einmal alles bitte

Das eine Woche Toronto zu kurz sein könnte, war mir von Anfang an klar. Denn obwohl Toronto weniger Einwohner als Berlin vorweisen kann, fühlt sich die Stadt deutlich größer an – was eventuell an den vielen Hochhäusern liegt. Mein erster Eindruck: Ich möchte überall stehen bleiben und alles fotografieren. Jede Straßenkreuzung. Jede Ampel. Jeden Hot-Dog-Verkäufer. Den CN Tower aus 3848398493 Perspektiven. Die schicken Businessdamen und noch viel mehr: die schicken schwangeren Businessdamen in Downtown.

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Toronto kennenlernen

War mir als erstes aufgefallen ist: Wer als Tourist durch die Stadt, also Downtown läuft, sieht keine anderen Kinder. Viele Schwangere – aber keine Kinder. Wo sind die nur? Entdeckt habe ich sie erst etwas ausserhalb, dort, wo die schönen kleinen Häuschen stehen. Dabei gilt Toronto als äusserst kinderfreundliche Stadt und ich habe sie auch als genau das erlebt.
toronto familytrip

Die Menschen in Toronto sind nett, äusserst höflich und eigentlich immer freundlich, sehr hilfsbereit und Touristen gegenüber aufgeschlossen. Ausser du übersiehst (mit deinem Auto) eine Straßenbahnhaltestelle. Dann bimmelt und hupt dich gefühlt die gesamte Straße zusammen (aaaaaarrrrggg! Zweimal hätte ich mich gern in Luft aufgelöst).

Der Verkehr in Toronto ist allerdings die Pest. Wir hatten ja einen schnieken S3 von Audi für unsere Zeit vor Ort zur Verfügung gestellt bekommen, damit wir z.B. auch zu den Niagarafällen rüberfahren können und generell wollte ich einfach vor Ort flexibel sein.
Die Sache ist nur die: In Toronto sind die Straßen IMMER voll. Es herrscht immer viel Verkehr und es verging auch kein Tag an dem nicht ein Notarzt oder Feuerwehrwagen zwei Spuren blockierten, um wieder aufzuräumen. In Toronto kann man kaum irgendwo einfach so parken. Alles kostet immer und überall Geld und meistens muss man sowieso in einem der Parkhäuser parken. Da schwanken die Preise zwischen 7 Dollar am Tag in Kensington bis zu 24 Dollar am Tag in Downtown. Sogar auf dem Supermarkt um die Ecke zahle ich beim Einkauf zwei Dollar für meinen Parkplatz.

toronto verkehr

Das Essen ist westlich, es gibt an sich keinen Unterschied. Aber es lässt sich so viel mehr entdecken! Streetfood galore. Es gibt sogar eine eigene Webseite die Toronto Food Trucks, die ein paar (aber eben leider nicht alle). Meine persönliche Gaumenerfüllung waren schlichte Pommes mit Wasabimajo und Algen oben drauf. „Japo-Pommes“ bei moo-frites. moo-frites ist auf belgische Pommes spezialisiert – der Chef Ambrose Lee hat die Pommes damals auf einer Reise in Belgien entdeckt und die Idee mit nach Hause genommen.

moo frites

Nur geiler war eigentlich das Eis von Frosty Roll. Auch die Idee kommt nicht aus Kanada, sondern aus Thailand. Hier wird auf einer gekühlten Platte so lange frisches Obst und Sahne und Nutella und Oreos und … klein gehackt (mit den Händen) bis am Ende Eis draus gerollt wird:

Die Stadt ist groß, anders, laut und faszinierend. Unser Airbnb Appartement war in Liberty Village untergebracht. Im 23. Stockwerk. Wir hatten freien Blick auf den CN Tower und ich habe TÄGLICH mindestens ein Foto vom Turm gemacht…Das Appartement war quasi perfekt, aber es war auch dennoch IMMER laut. Das stete rauschen des Highways und ab sechs Uhr morgens wurde auf den Baustellen gearbeitet. Gefühlt stand täglich ein LKW stundenlang im Rückwärtsgang vor einer Baustelle um die Ecke (piiiiep piiiiiiep piiiiiiep).
Aber Menschen waren dafür bei uns kaum unterwegs.

toronto airbnb appartement

Die Ecken der Stadt sind so vielfältig: Kensington ist sehr alternativ und bunt gemischt. Liberty Village ist eben geleckt und es leben dort Menschen in Glasbunkern, in denen es nur erlaubt ist, graue oder beige Vorhänge an die Fenster zu hängen (dass das nicht zu bunt wird da!). In unserem Haus in der Batteryroad (ich bin davon überzeugt, dass das Battery in Verbindung mit Legebatterie ganz gut passt) sind auf 24 Stockwerken mehr als 1000 Appartements – in denen aber tatsächlich auch richtige Menschen leben.

toronto libertyvillage
Viele davon haben auch Hunde. Was habe ich einen Haufen Hunde gestreichelt in dieser Woche im Aufzug. ;). Das Appartement hatte ebenfalls Zugang zum Schwimmbad, einen Fitnessraum gibt es auch, ebenso einen extra Partyraum, den man anmieten darf – denn in der eigenen Wohnung ist eine Party nicht erlaubt.

Toronto mit Kids – bei Regen

Das war einfach: Es hat geregnet, daher wurde uns die Entscheidung einfach gemacht. Der erste Tag führte uns also ins Aquarium, genauer gesagt in Ripley’s Aquarium of Toronto. Zugegeben, als wir das Aquarium betraten, wäre ich gern wieder rückwärts rausgelaufen. Keine Ahnung, ob an diesem Montag gerade Wandertag war, aber das Aquarium war völlig überfüllt und mir summten innerhalb weniger Minuten von kreischenden Kinderstimmen die Ohren.

toronto aquarium
Es war laut, es war voll – aber die Sägefische, die da durch dieses monströse Aquarium schwammen, die haben mich mit allem wieder versöhnt. Das Highlight ist definitiv das Laufband, das einen automatisch durch das Glasgewölbe chauffiert. Stehenbleiben, gucken, andere Besucher ausblenden. Wer Aquarien mag, wird hier definitiv nicht enttäuscht.

Ripley’s Aquarium of Toronto
Ab 14: 33 Dollar Eintritt, Kinder zwischen 6 und 13: 23 Dollar, Kinder von 3-5: 12 Dollar
Adresse: 288 Bremner Boulevard, Toronto ON, M5V 3L9
Meistens offen bis 23 Uhr – ausser es finden Events statt
rom toront libeskind family

Noch mehr Regen? Dann ist ein Besuch im ROM, dem Royal Ontario Museum ein MUSS. Das Naturkundemuseum ist allein schon architektonisch ein echtes Highlight. Der Architekt Daniel Libeskind hat das Haus mit einer kristallähnlichen Front versehen und es erweitert und umgestaltet. Die enthaltenen Ausstellungen sind schön anzusehen und für Kinder spannend, denn im Gegensatz zu vielen anderen Museen gilt hier: Bitte anfassen. Bitte ausprobieren. Schon mal einen Biber gestreichelt oder einen Waschbär?

rom toronto dinosaurs
Für meine Tochter natürlich herausragend: Die Dinoausstellung, die als eine der besten der Welt gilt. War auch gar nicht so einfach, sie da wieder rauszukriegen ;). Ebenfalls sehenswert und sehr beeindruckend: Die blue whale Story – noch bis September 2017 vor Ort. Der Blauwal ist mit bis zu 33 Metern Länge das größte lebende Tier auf der Erde. Auch kein Dino hat seine Größe erreicht. Krasse Geschichte zur Ausstellung: 2014 haben sich neun Blauwale nach Neufundland verirrt, wurden im Eis eingeschlossen und sind gestorben. Normalerweise gehen die toten Tiere dann unter. Zwei davon wurden aber angeschwemmt und dann auseinandergenommen und sind jetzt in der Ausstellung Out of the Dephts – the blue whale story in Toronto zu sehen. Die Ausstellung kostet 30 Dollar extra, ist es aber allemal wert.

Imagine she’s a Krill…😬 #rombluewhale

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Ihr könnt die Luft anhalten, das Herz des Wales sehen, euch als Krill verkleiden und so ziemlich ALLES über Blauwale erfahren, was es zu wissen gibt. Und alles ist so aufbereitet, dass es sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene spannend ist. Vieles funktioniert über Bildsprache, so haben auch Kids eine Chance, deren Englisch noch nicht so ausgereift ist – es ist intuitiv genug!
rom toronto whale

Royal Ontario Museum
Ab 20 Jahre: 20 Dollar Eintritt (Walausstellung + 30 Dollar), Kinder von 4-14: 14 Dollar (+ 19 Dollar Wal), Jugendliche (15-19): 15,50 Dollar (+ 23,50 Dollar Wal)
Adresse: 100 Queens Park, Toronto, ON
Öffnungszeiten von 10 – 17:30

toronto science museum

Wir hatten es auch einmal im Toronto Zoo probiert und wollten ebenfalls das Ontario Science Centre besuchen. Der Zoo hatte allerdings aufgrund eines Streiks geschlossen (ist jetzt aber wieder auf) und nachdem wir vom Zoo wieder Richtung Stadt gefahren sind, war es schon halb4 und das Science Center schließt bereits um 16 Uhr (what?!)

toronto citylife schild

toronto icecreammaker

toronto icecreammaker

toronto streetlife familytrip

Anyway. Selbst wenn sich das Wetter nicht unbedingt von seiner besten Seite zeigt, hat Toronto für Familien viel zu bieten. Nächste Woche verrate ich euch dann, warum es sich lohnt, Kensington und Chinatown zu besuchen, dass es sich am Ontario See anfühlt wie am Meer und wo ihr ein bisschen Jamaica in Toronto entdecken könnt.

Auf dieser Reise wurden wir von AirCanada rouge und Tourism Toronto unterstützt. Meine Meinung bleibt davon unberührt.

toronto graffiti alley

toronto mit kids

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dani

dani

Dani lebt und arbeitet in Berlin und schreibt seit neun (!) Jahren fleissig an butterflyfish.

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