Familien-Weihnachtstraditionen – Weihnachten ist für alle

In freundlicher Zusammenarbeit mit Lidl

Wie feiert ihr Weihnachten? Mit Gans und Klößen? Mit Würstchen und Kartoffelsalat? Und gibt es die Geschenke schon mittags oder erst abends? Entspannt ihr? Oder habt ihr Stress? Feiert ihr ganz klein oder habt ihr die ganze Familie im Haus?

Weihnachtstraditionen in der Kindheit

Ich habe unsere Weihnachtstraditionen als Kind geliebt! Es war tatsächlich JEDES Jahr das Gleiche. Wir haben in einem Mehrfamilienhaus gewohnt, in dem auch Eltern und Tante meines Stiefvaters wohnten. Es war damit klar geregelt, wo wann was gefeiert wurde und es war – bis auf der Nachmittag, alles immer richtig schön stressfrei. Weihnachten für alle eben, keine Mama, die den Abend in der Küche verbringen muss und Berge von Tellern in die Spülmaschine räumen muss. Sondern Würstel ins Wasser, fertig. Den Kartoffelbrei haben wir meist schon gemeinsam am Tag vorher zubereitet. Oder eben meine Oma.

Am Weihnachtstag kam der Baum und wurde bei geschlossener Wohnzimmertür geschmückt. Von drin hörten meine Oma und ich immer nur Gezeter. Wo der Baum stünde – neeee, doch nicht da! Und häng die Kugeln nicht so auf sondern anders! Und wo die Krippe: Auf keinen Fall hier. Nein! Da aber auch nicht…der Katze war es am Ende übrigens wurscht, wo die Krippe stand.

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Meine Oma und ich landeten also am 24.12 nachmittags immer in der Kirche. Wegen der Ruhe :). Gegen 18/19 Uhr gab es dann Essen mit der Familie (dazu gehörten damals meine Oma, meine Mama, mein Stiefvater, seine Eltern und seine Tante).

Ganz klassisch nur Würstchen und Kartoffelsalat und dann gab es endlich Geschenke! Je kleiner ich war, desto mehr Freude hatten meine Eltern daran, mich zu quälen und die Bescherung immer weiter hinauszuzögern. Fies war es ganz besonders, weil ich immer so saß, dass ich die unterm Baum liegenden RIESENGROßEN Geschenke ja während des Essens sehen konnte.

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Aber dann gab es erst noch Gequatsche und Kaffee und Gequatsche und ich wurde immer hibbeliger und hibbeliger. Aber es war auch immer wunderbar und ich erinnere mich gern an diese Zeit zurück. Am ersten Weihnachtsfeiertag feierten wir dann mit Gans und Knödeln bei den Eltern und am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde Gans Nummer 2 bei der Tante kredenzt. Es war eine Fresserei – aber es war genial. Und eben unsere Weihnachtstradition. Zum Jahresbeginn rannten meine Eltern beide dann eben schlicht drei Mal die Woche ins Fitnessstudio. Gänse, Plätzchen, Glühwein und Rumkugeln mussten ja wieder wegtrainiert werden.

Weihnachtstraditionen ändern sich…

Mit meinem Auszug hat sich das sehr verändert. Jahrelang haben wir mal hier, mal da gefeiert, später, nach dem Umzug nach Berlin dann immer mal mit Freunden, deren Verwandte nicht greifbar waren oder die schlicht keine Lust auf klassische Familienfeierei hatten. 12 Menschen, ein frisch geschlachtetes Wildschwein – es fühlte sich ein bisschen an wie bei Asterix und Obelix.

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Und heute? Heute lebe ich in einer Patchwork-Familie und alles ist anders. Meine eigenen Weihnachtstraditionen musste ich an den Nagel hängen. Komplett. Das war beim ersten Mal eine wirklich komische Umstellung. Keine Kirche mehr (aber damit kann ich durchaus umgehen). Während wir ja Geschenke immer erst NACH dem Essen ausgepackt hatten, wurde in der neuen Familie schon nach dem Mittagessen beschert. Es war noch nicht mal richtig dunkel! Das war beim ersten mal total seltsam.

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ABER die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand: Während ich abends gegen halb8 meine Geschenke ausgepackt habe und dann nicht mehr soooo viel Zeit zum Spielen hatte, haben die Kiddos jetzt DEN GANZEN RESTLICHEN Tag Zeit um ihre Geschenke auch schon ordentlich auszuprobieren. Und wir Großen haben Zeit zum Quatschen. Würstchen und Kartoffelsalat gab es allerdings nie wieder. Stattdessen steht jetzt am Weihnachtsabend immer eine Gans oder Ente auf dem Tisch. Beziehungsweise drei. Denn mit meiner neuen Patchworkfamilie sind wir nicht mehr nur drei oder vier oder sieben Personen, sondern zu Höchstzeiten ist die Bude voll mit 13 (!) Menschen, davon sind fünf Kinder.
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Bei uns wird also auch schon viel vorbereitet, damit Weihnachten für uns stressfrei bleibt und alle etwas davon haben: Die Gänse oder Enten kommen am Tag vorher (zwei Tage gehen auch) schon in den Ofen (vorher mit Salz einreiben – wer will, kann auch noch gemahlenen Lorbeer mit nutzen) und werden bei maximal 69 Grad 11 Stunden lang gegart (zu warm darfs nicht sein, sonst denaturiert das Eiweiß und die größere Gans braucht auf jeden Fall 2 – 3 Stunden länger). Luftdicht verpackt in Frischhaltefolie. Danach kann das Vogelvieh auch bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und muss – wenn es so weit ist – nur noch mal 20 Minuten bei ordentlich Gas (Hitze) in den Ofen aufs Gitter, damit die Haut knusprig wird. Alles andere lässt sich auch schon gemeinsam vorbereiten (oder hey, wer faul ist, kann auch schon fertig geformte Knödel kaufen…) und als Nachspeise funktioniert der Schokobrunnen für ALLE Kinder supergut – es ist also viel zu tun, aber so verteilt, dass es immer nur ein bisschen ist – und damit bleibt es stressfrei. Denn ihr wisst ja: Weihnachten ist für alle!

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dani

dani

Dani lebt und arbeitet in Berlin und schreibt seit neun (!) Jahren fleissig an butterflyfish.

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