everydayraw rezep fuer blaubeerpfannkuchen

everydayraw – Köstliche Rohkost für jeden Tag

Matthew Kenney gilt als New Yorks Rohkost Gourmetkoch Nummer 1 und ich habe sein neues Kochbuch auf meinem Tisch liegen – die Idee war, dass das Buch doch hervorragend zu unserem Projekt Zuckerfrei müsste.

Den größten Teil des Buchs nehmen Rezepte für Snacks, Smoothies, Desserts und Eis ein. Auch jede Menge Dips und Vorspeisen sind drin. Die Anzahl der Hauptgerichte ist genau so hoch, wie die Anzahl der Rezepte für Eis. Viele der Rezepte werden auch mit Zuckerersatz gesüßt – nämlich tonnenweise mit Agavendicksaft. Das ist ausgerechnet das Süßungsmittel, das ich wegen des Projekts Zuckerfrei aus meinem Haushalt verbannt habe, weil er schlicht noch mehr reinhaut als Zucker. Quasi ist Agavendicksaft (Fructose) der böse Bruder vom Traubenzucker (Glucose).

Aber darüber wollte ich eigentlich gerade gar nicht schreiben. Nur: Das Buch passte dann eben doch nicht für diese Zeit.
Inzwischen bin ich ja nicht mehr so streng mit der zuckerlosen Geschichte und gönne mir das ein oder andere Mal auch wieder etwas Zucker.

Deswegen habe ich nach einem Rezept gesucht, das eben jetzt funktioniert – in der abgeschwächten Phase. Die ersten beiden, die ich ganz spannend fand, enthielten Zutaten, von denen ich zum einen gar nicht weiß, wo ich sie kaufen kann (vielleicht habt ihr ja einen Tipp): frisches Kokosnussfleisch? oder was es ist: Tocotrienole. Whaaaat? Ich habe mich inzwischen natürlich informiert: Bei Tocotrienole handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform. Gibt’s im Reformhaus. Aber will ich wirklich Nahrungsergänzungsmittel in meinem Rezept?

Aber! Ich bin trotzdem fündig geworden! Ich habe viele Rezepte gefunden, z.B. Blaubeerpfannkuchen oder Thai-Salat oder Mango Wraps (da wären wir dann wieder bei der Frage wo man Mango-Papier-Blätter kauft – wenn man nicht gerade ein Dörrgerät zu Hause hat.

Die Sache ist also die: Viele Rezepte klingen interessant, sind aber für mich meist mit viel zu viel Aufwand verbunden. Das fängt beim Einkaufen der ausgefallenen Zutaten an, geht weiter über die zum Teil aufwändige Zubereitung – für die Blaubeerpfannkuchen müssen z.B. erst einmal Nüsse für vier Stunden eingeweicht werden – und endet schlicht und edel dabei, dass mir zu viele süße Rezepte im Buch vorkommen. Selbstgemachtes süßes Müsli hier, Eis da, Torte dort. Alles gesüßt in rauen Mengen mit Agavendicksaft und/oder Ahornsirup.

Es ist nicht das erste Raw-Kochbuch, das ich in den Händen halte, aber es ist definitiv das Komplizierteste. Ich denke also: Dieses Buch ist super für ambitionierte Küche – für alle, die schnell etwas gesundes Essen wollen, dauert es zu lang. Und für alle, die auf Zucker verzichten (müssen) ist es eher gar nichts… :)

Ein leckeres Rezept aus dem Buch ist zum Beispiel dieses hier:
everydayraw rezep fuer blaubeerpfannkuchen

Rezept für Blaubeerpfannkuchen

Kristen Reyes, die eine gute Zeit lang mit mir zusammenarbeitete, entwickelte dieses
Rezept für einen Frühstücks-Kochkurs. Ich war skeptisch, denn Brot und andere
gebackene Lebensmittel sind in der Rohkostküche schwierig umzusetzen, doch sie
nahm mir mit diesem Rezept förmlich den Wind aus den Segeln – sie schmecken und
sehen aus wie richtige, fantastische Pfannkuchen.

100 g frische Blaubeeren
2 reife Bananen
240 g Pekannüsse,
8-12 Stunden eingeweicht
320 g Pinienkerne
250 ml Wasser
60 ml Agavendicksaft
Mark von 1 Vanilleschote
1 Teelöffel Meersalz
500 ml Ahornsirup

Die Blaubeeren in eine mittelgroße Schüssel geben und beiseite stellen. Die übrigen Zutaten im Vitamix völlig
glatt pürieren, dann zu der Schüssel mit den Blaubeeren gießen und alles gut vermengen. Den Teig auf Dörrfolien
zu 10-12,5 cm großen Pfannkuchen verstreichen. Die Pfannkuchen sollten maximal circa 1,5 cm dick sein. Für
24-48 Stunden im Dörrgerät trocknen. Warm mit Ahornsirup oder Auberginen-Bacon (siehe Rezept auf Seite 58)
servieren. Ergibt 10 Pfannkuchen.

 

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dani

dani

Dani lebt und arbeitet in Berlin und schreibt seit neun (!) Jahren fleissig an butterflyfish.

2 comments

  1. Hi Dani! Rohkost klingt erstmal super, aber gerade die Desserts hauen oft ganz schön rein was die Kalorienzahl angeht. Das Rezept hier klingt lecker! Mich schocken nur die 500ml Ahornsirup. Das sind ja 2 Flaschen… Alter Schwede!
    LG aus Friedrichshain, C.

  2. Ja, das war das, was mich an diesem Buch extrem gestört hat. Sirup hier, Dicksaft dort und manchmal sogar einfach BEIDES in einem – und das in rauen Mengen.

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