Ein Wochenende Wien – mit Mama

Wien ist ja immer eine Reise wert, auch ich war schön öfter mal da. Mal in Wien mit Kind jetzt in Wien mit meiner Mama. Ein ganzes Wochenende. Und eigentlich sollten wir viel öfter mit unseren Müttern verreisen. Oder? Sagen wir mal so: Sicher hat jeder so das ein oder andere Verhältnis zu seinen Eltern und als Tochter eventuell ganz besonders zu Mama. Bei uns war das früher nicht immer leicht, ich bin schon früh nicht mehr mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren, lieber bin ich immer bei meiner Oma rumgehangen. Vier Wochen mit Oma, was habe ich das immer genossen. Während meine Eltern eine Rundreise durch die USA hinter sich brachten (heute kann ich nur noch zum Teil nachvollziehen, warum ich nicht mit wollte…) stromerte ich mit Oma durch die Wälder.

Der letzte Urlaub mit meinen Eltern – ich war vielleicht 13 oder 14 (?) – war dann in der Türkei und er war fürchterlich. Ich sage nur: Mittagsschlaf! Im Teenageralter! Draussen Pool und Kindergeschrei und ich heulend auf dem Zimmer beim „Mittagsschlaf“. Und Durchfall. Und Teppiche, die meinen Eltern angedreht werden sollten und ich heirate dann irgendwelche dicken Jungs, gibt auch Teppiche. Uaaaah!

Seit ich dann mit 17 ausgezogen bin, waren Mama und ich nur ein Mal ein Wochenende allein unterwegs. In Berlin (als ich noch nicht hier gewohnt habe) und deswegen war es jetzt endlich wieder so weit. Jetzt also ein Wochenende in Wien, mit Mama.

Ich habe die Planung für Reise und Unterkunft übernommen. Untergebracht habe ich uns in einem kleinen Doppelzimmer im wunderschönen Bed & Breakfast (& Champagne) gleich neben dem Naschmarkt. Das Saint Shermin ist definitiv ein absolut gelungenes Unikat, so wie jedes einzelne Zimmer übrigens auch, alle benannt nach Wiener Größen der Zeitgeschichte. Besonders begeistert waren wir vom Frühstück: Jeden Morgen gab es frische Wurst, Käse und Marmelade direkt in der Etagere an den Tisch, Kaffee so viel der Magen zuließ und wer wollte, konnte ausserdem den Tag direkt mit Champagner beginnen!

Hotel Saint Shermin Wien Hotel Saint Shermin Wien

Für die Stadt selbst hatte ich diesmal keine großen Pläne, nur einige Wünsche: Wenn möglich Sonne, Kaffeehaus, Shoppen und runterkommen.
Haben wir gemacht. Und hier sind unsere schnellen Tipps für ein – nicht allzu vollgestopftes – Wochenende. Lieber: immer wieder Wien, dafür nicht zu viel auf einmal und etwas mehr genießen.

1. Keine großen Pläne machen. Ausschlafen! Ausgiebig frühstücken. Dann z.B. von einem Kaffeehaus in´s nächste ziehen. Shoppen gehen (der Oma immer schön die soooo schönen Sachen für die Enkeltochter unter die Nase halten ;))
sherminhotel

2. Ein ausgedehnter Spaziergang über den Naschmarkt.
Ein leerer Magen ist hier ein guter Begleiter, schließlich gibt´s hier überall jede Menge zu futtern. Und das in alle Geschmacksrichtungen. Wer sich natürlich nicht durchfressen – sondern nur gucken – möchte, sollte vorher definitiv etwas Essen.

Naschmarkt Wien

3. Shoppen. Das geht natürlich ganz normal in der Fußgängerzone oder in vielen kleinen Läden, die z.B. rund um den Naschmarkt verteilt sind. Meine zwei Favoriten: Das Mimimandl und natürlich der kleine salon. Im Mimimandl gibt´s allerlei für die Küche, für´s Backen und für´s Feiern. Formen, Kerzen, Teller, Eben alles, was bunt und toll ist und sich prima für Geburtstagsfeiern eignet (auch für Kinder).
Der kleine salon ist ein Eldorado für schicke Kinderklamotten, Spielzeug, Schmuck und Accessoires. Minirodini, Bobo Choses, ferm living, von A – Z sind hier tolle Marken vertreten und ich habe meiner Mutter wirklich ALLES unter die Nase gehalten. Hat leider nicht funktioniert ;). Trotzdem bin ich (wieder mal) nicht raus ohne was zu kaufen.

Mimimandl Wien Mimimandl Wien Mimimandl Wien Mimimandl Wien
Der kleine Salon WienDer kleine Salon Wien Der kleine Salon Wien Der kleine Salon Wien

4. Ein Kaffeehaus besuchen. Ich bin ja der Meinung, in Wien lässt es sich überall gut Essen. Vom Frühstück im Saint Shermin habe ich ja bereits oben kurz geschwärmt. Weil wir Touristen sind, wollte ich wieder ins Café Demel, denn ich mag es da so sehr. Allerdings, wenn die Horde an Touristen die komplette Treppe lan ansteht, dann geht man lieber woanders hin. Es gibt ja eigentlich an jeder Ecke ein schönes Kaffeehaus.

5. Schloss Schönbrunn. Waren wir kurz da, nur im Garten. Es war übermäßig voll an diesem Tag. Das Wetter war traumhaft, die Stadt ist voller Touristen, na gut, sind eben gefühlt alle im Schl0ß. Trotzdem mag ich – als bekennender Kaiserin Elisabeth-Fan – die Architektur und den unglaublich weitläufigen Schloßgarten. Vor meinem inneren Auge versuche ich mir dann jedes Mal vorzustellen, wie es wohl für die Kaiserin war und ob sie – aufgrund ihrer immensen Haarpflege, die Stunden dauern konnte – überhaupt viel vom Garten sehen konnte ;).

6. Schnitzel essen. Zugegeben, für mich gibt es kein besseres Schnitzel als im Gasthaus zur Oper. Das als Tourist zu behaupten ist mit Sicherheit vermessen, aber ich habe mich schon seit meinem letzten Wienbesuch wieder drauf gefreut. Unbedingt: Tisch reservieren!

7. „Rumspazieren“. Egal wo. Es finden sich immer schöne Ecken in Wien, die man noch nicht kennt. In der Stadt oder einfach mal ein bisschen „raus fahren“, mit der U-Bahn zur Endstation, mit der „Bim“ an den Stadtrand, wohin auch immer, es braucht nicht immer große Sehenswürdigkeiten.
simmering
Wien mit Mama Wien mit Mama
Wien

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dani

dani

Dani lebt und arbeitet in Berlin und schreibt seit neun (!) Jahren fleissig an butterflyfish.

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